Archiv für die Kategorie 'Weinblättchen'

Jan 18 2012

In eigener Sache: Bye Bye Weinblaettchen!

Autor: . Abgelegt unter Editorial,Weinblättchen

Schild; ClosedDie Zeit des Weinblättchen geht – zumindest in dieser Form – zu Ende. Da ich mich entschieden habe, zukünftig wieder mehr zu den Themen Politik, Kultur und Soziales zu schreiben, werde ich diesen Weblog so nicht fortführen. Ein Online-Auftritt, der nicht regelmäßig aktualisiert wird, macht, insbesondere wenn es sich um ein Magazin oder um ein Weblog handelt, keinen Sinn. Einige Zeit wird er in der jetzigen Form noch zu erreichen sein. Auch die Domain bleibt vorerst erhalten. In einigen Monaten wird sie allerdings umziehen und dann auf mein in diesem Jahr gestartetes Projekt Pokus: Politik – Kultur – Soziales verweisen. Schon jetzt sind dort alle Beiträge zu finden, die bisher im Weinblättchen veröffentlicht wurden. Sollte indes ein würdiger Nachfolger zwischenzeitlich Interesse an dieser Domain haben, kann er oder sie gern mit mir in Verhandlung treten. Vielen Dank an alle, die das Weinblaettchen besucht und durch Gastbeiträge sowie durch ihr Interesse und ihre Kommentare an diesem Webauftritt mitgewirkt haben.
Achim Beinsen

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Dez 02 2011

Weinberatung: Wer kann es am besten?

Autor: . Abgelegt unter Weinblättchen

Guten Wein gibt es auch in Getränke-Discountern oder im Supermarkt. Das Problem besteht nur darin, ihn unter all dem Ungenießbaren zu finden. Weinblättchen hat bereits vor einiger Zeit einmal einige Tipps gegeben, worauf man beim Weinkauf im Supermarkt achten sollte. Wer jedoch eine spezielle Beratung braucht, sollte doch lieber gleich in den Fachhandel gehen. Auch dort findet man erschwingliche Tröpfchen und dazu meistens gleich noch jemand, der sich auskennt. Wo es die beste Beratung gibt, hat nun das Deutsche Institut für Service-Qualität bei sieben überregionalen Weinhandels-Filialisten im Rahmen von 70 verdeckten Testbesuchen geprüft.
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Sep 02 2011

Jahrgang 2010

Autor: . Abgelegt unter Weinblättchen

Der Wein-Jahrgang 2010 war eine Katastrophe, meint Manfred Klimek von Zeit-Online. Um dann all die Tröpfchen aufzuzählen, die trotzdem großartig geworden sind.
Mehr dazu auf Zeit-Online – hier klicken!

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Aug 19 2011

Kratziger Rock meets edle Traube: AC/DC bringt Wein auf den Markt

Autor: . Abgelegt unter Weinblättchen

Mal ehrlich, wer würde die inzwischen seit rund 30 Jahren durch die Welt rockende Heavy-Metal-Band AC/DC schon mit Wein in Verbindung bringen? Bon Scott, einer der ersten Lead-Sänger der Band, verstarb früh an einer Alkoholvergiftung, aber da werden wohl eher harte Sachen wie Wodka oder Whiskey im Spiel gewesen sein. Doch scheinbar haben die älter gewordenen Jungs mit ihrem raubeinigen Rock inzwischen die edleren und subtileren Genüsse des Lebens entdeckt. Oder wollen sie einfach nur Kasse machen? Jedenfalls bringen sie jetzt zusammen mit dem australischen Weingut Warburn Estate verschiedene Weine auf den Markt, die nach Titeln ihrer Songs benannt sind. Darunter etwa ein „Hells Bells Cabernet Blanc“, ein „You Shook me All Night Long Moscato“ oder ein „Black in Black Shiraz“. Wenn die Weine so schmecken, wie ihre Musik klingt, dürfte es sich wohl um recht kratzige Tropfen handeln. Aber das muss ja nicht so sein!
Rockband AC/DC
Quelle: Web.de

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Aug 01 2011

Trinken wir noch ein Tröpfchen! Wie gesund sind Wein und Alkohol?

Autor: . Abgelegt unter Weinblättchen

Nach wie vor streiten sich Wissenschaftler über die Frage, ob Alkohol rundherum zu verdammen sei, oder ein mäßiger Konsum nicht sogar eine gesundheitsfördernde Wirkung habe. In einer neueren Studie der Weltgesundheitsorganisation werden im wesentlichen die negativen Effekte dieses Rauschmittels hervorgehoben. Dem widerspricht etwa Ulrich Keil vom Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin an der Universität Osnabrück. Seiner Auffassung nach kann sich ein Glas Wein oder Bier am Tag durchaus positiv auf die Gesundheit des Menschen auswirken. Keil resümiert: „Richtig sei einerseits, dass Alkoholmissbrauch massive gesundheitliche und gesellschaftliche Folgen habe. Andererseits konzentriere sich der Bericht fast ausschließlich auf die negativen Effekte. Die WHO verteufele den Alkoholkonsum geradezu.” Keils Auffassung zufolge „führen 10 bis 30 Gramm Alkohol pro Tag nicht nur zu einer verbesserten Lage des Herz-Kreislauf-Systems, sondern zu einer höheren Lebenserwartung insgesamt. Das bestätige auch eine kürzlich im British Medical Journal veröffentlichte Meta-Analyse, die auf 84 Studien aus vielen Ländern der Welt beruht. Klares Ergebnis: Das Risiko vieler Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist bei leichtem bis moderatem Alkoholkonsum um rund ein Viertel niedriger als bei Menschen, die gar keinen Alkohol trinken.“

Was aber ist nun dran an der Behauptung, insbesondere der mäßige Weinkonsum wirke sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus. Professor Giovanni de Gaetano von der Katholischen Universität Campobasso vertritt etwa die Auffassung, dass ein bis vier Gläser Wein am Tag bei Männern das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen um bis zu 30 Prozent senken würden. Frauen vertrügen weniger und erzielten den wünschenswerten Effekt mit etwa zwei Gläsern Wein pro Tag. Eine vergleichbare Wirkung von Bier hat Gaetano indes nicht feststellen können.
Glas Rotwein

Der Grund für die gesundheitsfördernde Wirkung von Rotwein entstehe durch die Neutralisierung von freien Radikalen, dass beuge der Arteriosklerose vor und schütze so vor Gefäßkrankheiten, lesen wir auf dem Webportal gesundheit.de. Die Ursache für diese vorteilhaften Wirkungen des Rotweins sei vor allem der Inhaltsstoff Phenol: „Phenole gehören zur Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe und sind somit Produkte des Stoffwechsels von Kohlenhydraten, Fetten und Aminosäuren“.

Laut Wikipedia sind es aber nur spezielle Rotweine, die den Gesundheitseffekt hervorbringen: „Nach neueren Forschungen haben die hohen Polyphenolgehalte bei einigen wenigen Rotweinen einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislauf-System. So liefert die Sorte Tannat bei traditioneller Verarbeitung, das heißt bei längerer Gärung mit Schalen und Kernen (drei bis vier Wochen), von allen Rebsorten die höchsten Werte an Polyphenolen, die sich als vorbeugend bei Herz- und Kreislauferkrankungen erwiesen haben. Wegen des hohen natürlichen Gehalts verbunden mit der restlosen Extraktion in den beiden kleinen Anbaugebieten in Frankreich und Sardinien enthält dieser Wein gut viermal soviel Polyphenole wie alle anderen getesteten Rotweine. Als hauptwirksamer Bestandteil wurde Procyanidin identifiziert.“
Eine Widerlegung des positiven Effekts von Polyphenolen auf das Herz-Kreislauf-System existiert scheinbar nicht. Wir können also davon ausgehen, dass uns zumindest bestimmte Weinsorten auch gesundheitlich gut tun.
Alkoholkonsum in ausgewählten Ländern - Grafik nach WHO Bericht

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Jun 26 2011

Pinot Grigio meets Grauburgunder

Autor: . Abgelegt unter Weinblättchen

Pinot Grigio 2009
Weingut: Bidoli Vini
Anbaugebiet: Italien, Friaul
Traube: Pinot Grigio
Farbe: Gelb
Nase: Melone
Gaumen: Pfirsich, etwas Zitone
Nachklang: etwas Feige und Ananas
Alkoholgehalt: 13%
Restzucker: 0,3g/l
Gesamtsäure: 7,1g/l
Gesamteindruck: Ein Wein Marke Studentenkneipe

Jüngst wurde anlässlich der Konfirmation meines Patenkindes beim Italiener getafelt. Nachdem sich alle eingefunden hatten, kam die Frage nach dem passenden Wein auf. „Ein Pinot Grigio vielleicht“, so der Vorschlag von einem Tischnachbarn. Stirnrunzeln meinerseits. Lieber einen süßen Roten?“, hakte der Tischnachbar süffisant lächelnd nach und war wohl überzeugt, hier auf einen echten Dilettanten in Geschmacksfragen gestoßen zu sein.
Nein, es soll nicht schlecht über Pinot Grigio-Trinker geredet werden. Aber lassen wir kurz Martin S. Lambeck, den Weinexperten von Welt-Online, zu Wort kommen: „Kennen Sie die Szene? Im Freundeskreis lobt ein Alfa-Romeo-Fahrer den „tollen Pinot Grigio“ beim Nobel-Italiener gegenüber der Firma. Manch einer kauft sogar für viel Geld den Pinot Grigio für daheim. Dabei kann vieles (wenn auch bei weitem nicht alles), was an Pinot Grigio aus Italien auf den deutschen Markt drängt, mit dem deutschen Grauburgunder kaum mithalten. Es handelt sich dabei im Übrigen um die gleiche Rebsorte.“ Damit kein falscher Eindruck entsteht: Unser Tischnachbar von der Konfirmationsfeier fährt zwar Cabrio, aber keinen Alfa-Romeo. Auch muss dahingestellt bleiben, ob er für viel Geld den teuren Pinot Grigio für daheim kauft. Fest steht jedoch, dass diese italienische Weinsorte, deren deutsches Pedant Grauburgunder heißt, bei ihm in gutem Ruf steht. Warum auch nicht? Ist denn der Grauburgunder wirklich besser als die im mediterranen Italien gereifte Rebe? Weinblättchen wollte es wissen und hat daher eine Stichprobenuntersuchung durchgeführt.

Zu diesem Zweck wurde beim gleichen Händler – es handelt sich um das Wein- und Spirituosen Franchaise-Unternehmen „Vom Fass“ – jeweils eine Flasche Pinot Grigio und eine Flasche Grauburgunder ausgewählt. Bei der italienischen Variante handelt es sich um einen Pinot Grigio, Jahrgang 2009, vom Weingut Bidoli im norditalienischen Friaul, der Heimat des Pinot Grigio. Alkoholgehalt 13 Prozent. Schüchtern und verhalten gibt sich dieser Wein in der Nase, immerhin lässt sich eine leichte Melonen-Note erheischen. Am Gaumen erkennen wir Pfirsich und etwas Zitrone, das alles jedoch nicht besonders ausgeprägt. Im Nachhall kann der Tropfen mit leichten Nuancen vom rebentypischen Feigenaroma in Korrespondenz mit einer Idee Ananas aufwarten. Insgesamt ist hier nichts Spektakuläres zu berichten. Ein Wein Marke Studentenkneipe. Für Euro 7,95 die Flasche, soviel muss man für den Tropfen beim „Vom Fass“ zahlen, lässt sich jedenfalls Besseres bekommen.

Auf der deutschen Seite schicken wir einen Grauburgunder der Winzergenossenschaft Oberbergen, Jahrgang 2009, ins Rennen. Es handelt sich um einen Wein der Lage Oberbergener Baßgeige am Kaiserstuhl. Man lese und staune, so etwas gibt es wirklich im „Vom Fass“. Bei der Bassgeige handelt es sich um eine terassenförmig angelegte Steillage, von der bekanntlich selten Schlechtes kommt. Steillagen bedeuten mühselige Erntearbeit, da meist von Hand gelesen werden muss. Und allein deshalb möchte der Winzer hier nichts vergeigen, sondern mit seiner harten Arbeit einen guten Wein produzieren, der auch einen guten Preis erzielt. Trotzdem kostet der Bassgeigen-Grauburgunder einen Euro weniger als der wahrscheinlich maschinell geerntete Pinot Grigio.
Weinlage der Extraklasse: Oberbergener Baßgeige
Weinlage der Extraklasse: Oberbergener Baßgeige
Sehr hell mit goldenen Reflexen schimmert der Grauburgunder im Glas und verwöhnt die Nase mit fruchtigen Gerüchen nach Kiwi, Ananas und etwas Apfel. Am Gaumen sind deutliche Aromen von Feige, Birne und Grapefruit wahrnehmbar. Dabei hinterlässt der Wein im Nachhall einen leicht moussierenden Eindruck von Birne und Mango, das alles eingebettet in eine spritzige aber nicht aufdringliche Säure. So macht das Weintrinken Spaß, ein frischer und gehaltvoller Tropfen, der allerdings auch 14 Prozent Alkohol aufs Tablett bringt.
Im Vergleich mit dem Bidoli-Pino Grigio schneidet dieser Grauburgunder auf jeden Fall um Längen besser ab und ist zudem auch noch um einen Euro günstiger zu haben. An Lambecks Einschätzung scheint also etwas dran zu sein. Ob sich dieses Ergebnis verallgemeinern lässt, müssen wir allerdings dem Gaumen und dem Urteilsvermögen der Weintrinker, Alfa Romeo- und Cabrio-Fahrer selbst überlassen.

Oberbergener Bassgeige Grauburgunder 2009
Weingut: Winzergenossenschaft Oberbergen
Anbaugebiet: Deutschland, Baden, Kaiserstuhl, Lage Oberbergener Baßgeige
Traube: Grauer Burgunder
Farbe: Hellgelb mit goldenen Reflexen
Nase: Kiwi, Ananas, etwas Apfel
Gaumen: Feige, Birne, Grapefruit
Nachklang: Birne, Mango
Alkoholgehalt: 14%
Restzucker: 4,6g/l
Gesamtsäure: 6,1 g/l
Gesamteindruck: Frisch, fruchtig, gehaltvoll

Beide Weine gibt es in den Weinläden der Weinhandelskette “Vom Fass”

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Mai 23 2011

The Black Stump. Junger australischer Wein vom Feinsten

Autor: . Abgelegt unter Weinblättchen

The Black Stump 2009

Weingut: Casella Wines
Anbaugebiet: Australien, Südosteuatralien
Traube: Durif, Shiraz
Farbe: Kirschrot
Nase: Etwas Minze, Vielchen, Brombeere
Gaumen: Wladfrüchte, Brombeere, Mirabelle, Schokolade und mehr
Nachklang: Cassis
Alkoholgehalt: 14 Prozent
Gesamteindruck: Ein voller, sehr vielschichtiger Wein für Entdecker

Beim ersten Schnuppern an der gerade geöffneten Flasche Black Stump – diesem roten australischen Cuvée aus den Reben Durif und Shiraz – scheint es fast so, als würde sich da ein Hauch von Minze in die Nase schleichen. Das ist jedoch nur ein flüchtiger Eindruck.

Im Glas duftet der Wein eher nach Veilchen, unter die sich eine Idee von Orange mischt. Vor allem aber stehen deutliche Brombeeraromen im Vordergrund. Um es gleich vorweg zu sagen: Wir haben es hier mit einem äußerst vielschichtigen Wein zu tun, der nicht nur in der Nase beeindruckende Erlebnisse beschert. Black Stump, in Australien bezeichnet man so auch die Orte zwischen der bekannten und der unbekannten Welt, Orte, die immer etwas Geheimnisumwobenes auf diesem an vielen Geheimnissen reichen Kontinent an sich haben.
Der Name ist gut gewählt, haftet dem Tropfen doch in der Tat etwas Eigentümliches an. Je länger man davon trinkt desto deutlicher wird: Wir haben es mit so etwas wie einer Twilight Zone des Weins zu tun, denn wer sich und diesem Tropfen ausreichend Zeit gibt, kann immer wieder Neues entdecken. Am Gaumen zeigt er zunächst volle Aromen von reifen Waldfrüchten und – auch hier – Brombeeren, dazu subtile Reminiszenzen an Mirabelle. Insgesamt eine fruchtige Melange, eingebettet in deutliche Schokoladennoten, denen sich im Nachhall etwas Cassis hinzugesellt.
John Cassella
Kreiert wurde dieses leckere Tröpfchen von John Casella, Chef des australischen Familienunternehmens Casella Wines. Die Bezeichnung Familienunternehmen darf indes nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich hier um eines der größten Weingüter Australiens und um das größte in Familienbesitz handelt. Casella Wines ist eine echte ökonomische Hausnummer auf dem australischen Kontinent und trägt nach eigenen Angaben mit neun Prozent zur Wein-Gesamtproduktion des Landes bei.
Im Black Stump hat Casella der seltenen Rebsorte Durif zum Rendevouz mit dem immer beliebter werdenden Shiraz – auch unter der Bezeichnung Syrah bekannt – verholfen. Durif soll angeblich aus Frankreich stammen und gegen Ende des 19. Jahrhunderts aus der Peloursin-Traube hervorgegangen sein. Durch Genanalysen ist man der Sorte inzwischen weiter auf die Schliche gekommen und hat herausgefunden, dass es sich um eine Kreuzung von Peloursin und Syrah handelt. Durif wurde zunächst nach Kalifornien und von dort in südamerikanische Länder exportiert. Den weltweiten Durif-Bestand schätzt man auf etwa 3000 Hektar.
In Casellas Weinkellern ist die Kombination dieser Traube mit ihrer Vorgängerin bestens gelungen. Für – in diesem Fall – schlappe Euro 9,20 kriegt man etwas Gediegenes geboten. Der Wein ist zu haben bei ChateauDirect:
ChateauDirect Weine
Schneckenpost: Direct Wines GmbH, Zeppelinstr. 71-73, 81669 München
E-Mail: kundendienst@ChateauDirect.de
Website: http://www.chateaudirect.de/
Telefon: 069 222 22 6483
Cheers!

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Mai 04 2011

Abschiedsstimmung im Bordelais – der Säuerling geht, die Alkoholbombe kommt

Autor: . Abgelegt unter Weinblättchen

Der Bordeaux-Jahrgang 2010 sei ein Mentekel, schrieb der lang gediente Weinjournalist Mario Scheuermann jüngst in seinem Blog Planet Bordeaux. Nie zuvor habe er einen Jungwein von dieser Qualität gekostet. „In den 35 Jahren, in denen ich bewusst mich mit den Weinen des Bordelais beschäftige, hat sich das Klima und damit auch der Weintypus dramatisch geändert: vom herben, dünnen Säuerling zur konzentrierten süssen Alkoholbombe. Dies geschah nicht weil die Winzer oder Robert Parker das unbedingt so wollten, sondern weil die Natur es möglich gemacht, teilweise sogar erzwungen hat.“
Der Klimawandel bereitet den Bordeaux-Winzern an der Gironde mithin großes Kopfzerbrechen. Ihre Weine werden geliebt ob des herben Genusses, der kräftigen Säure und der oft wuchtigen Tannine, hinter denen sich subtil die nach Cassis duftenden Fruchtnoten der Edeltrauben Cabernet Sauvignon und Merlot entfalten. Mehr Sonne sowie die Klimaerwärmung haben in den letzten Jahren beständig Alkoholgehalt und Fruchtlastigkeit der Bordeaux-Tröpfchen steigen lassen. „Wenn wir nichts unternehmen werden wir nur noch Coca-Cola Weine produzieren“, soll der Saint-Emilion-Winzer Philippe Bardet laut Scheuermann kürzlich entsetzt ausgerufen haben. Bordeaux-Lieberhaber Scheuermann befürchet: „Das Jahr 2010 wird möglicherweise in die Weingeschichte eingehen als das Jahr in dem wir uns von unserer Vorstellung von Bordeaux-Weinen so wie wir sie bisher gekannt haben und schätzen, verabschieden mussten“
cabernet_sauvignon.jpg
Bordeaux-Wein: Vom Säuerling zur alkohollastigen Fruchtbombe?
Die französischen Winzer suchen allerdings händeringend nach Lösungen für ihr Problem. Soll man den Most nach der Weinlese mittels technischer Verfahren entzuckern? Oder gar die Rebsorten wechseln. Diskutiert wird, die klassischen Bordeaux-Trauben Merlot und Cabernet Sauvignen durch Cabernet Franc, Malbec und Petit Verdot zu ersetzen oder zumindest zu ergänzen. Auch über die Mourvèdre-Traube werde bereits nachgedacht, schreibt Scheuermann und seufzt: „Das wäre dann das Ende einer Epoche.“ Für einen alt gedienten Bordeaux-Recken wie ihn muss das wahrlich eine schreckliche Vorstellung sein.

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Mrz 24 2011

Weinland Israel

Autor: . Abgelegt unter Weinblättchen

Israelischer Wein auf Erfolgskurs

Leipzig, 22. März 2011. Der weltweite Export israelischer Weine steigt seit Jahren an. 2010 konnte mit einem Wachstum von rund 30% auf 21 Millionen Euro als Rekordjahr verbucht werden. Den Schritt vom Geheimtipp zum etablierten Produzenten von Spitzenweinen hat Israel einer jungen, weltoffenen und bestens ausgebildete Generation von Winzern und Kellermeistern zu verdanken. Am israelischen Pavillon auf der ProWein 2011 können Besucher die Weine zehn führender israelischer Weingütern bei moderierten Verkostungen erleben.
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Mrz 16 2011

Fastenzeit für Weintrinker: Alles Käse mit der Askese?

Autor: . Abgelegt unter Kultur,Weinblättchen

Vor einer Woche, am 9. März, hat in den Kirchen katholischer Prägung – dazu gehören die römisch-katholische, anglikanische, alt-katholische, orthodoxe und einige orientalische Kirchen – die vorösterliche Buß- und Fastenzeit begonnen. Für viele, die das Fasten ernst nehmen, ist damit oft auch ein 40-tägiger Verzicht auf Wein verbunden. Und das fällt dem Weinliebhaber natürlich nicht leicht. Worum geht es bei dieser Fasterei eigentlich?

Fasten – Vorbereitung auf Taufe und Tauferneuerung

Im frühen Christentum war es üblich, dass Bekehrungswillige zum Osterfest ihre Taufe empfingen. Getauft wurden Erwachsene, eine Kindstaufe kannte man in der ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt noch nicht. Die 40 Tage vor Ostern standen im Zeichen der intensiven Vorbereitung auf dieses Ereignis und sollten insbesondere von Gebeten und Buße geprägt sein. Es galt, sein Leben neu zu justieren und auf den christlichen Glauben hin auszurichten. Diese Vorbereitungszeit wurde im Laufe der Zeit mehr und mehr zu einem Anliegen aller Gemeindemitglieder.
Altarraum in der alt-katholischen Kirche Hannover
Alt-katholische Kirche Hannover
Der Brauch einer vorösterlichen Fastenzeit als allgemeine Bußzeit lässt sich schließlich bis ins 4. Jahrhundert zurückverfolgen. Die Dauer der Fasten-Periode geht dabei insbesondere auf das im Matthäusevangelium beschriebene 40-tägige Fasten Jesu in der Wüste zurück. Aber auch an anderen Bibelstellen hat die Zahl 40 für Phasen der Prüfung, Buße und des Verzichts eine besondere Bedeutung. So mussten die Israeliten etwa 40 Jahre durch die Wüste ziehen, bis sie das gelobte Land erreichten.

Vierzig Tage ohne

Die vorösterliche Buß- und Fastenzeit beginnt seit der Synode von Bevent im Jahr 1091 am Aschermittwoch und endet am Ostersamstag mit der Liturgie der Osternacht. Nach römisch-katholischer Kirchenordnung gilt eine strenge Pflicht zum Fasten zumindest am Aschermittwoch und am Karfreitag: Sie sieht insbesondere einen Verzicht auf Fleisch und Alkohol sowie die Beschränkung auf eine größere und eine kleine Tagesmahlzeit vor. Für die anderen Tage der Buß- und Fastenzeit wird ein freiwilliges Fasten, also ein Fleisch und Alkoholverzicht, häufigere Besuche der Messfeiern, der Empfang des Bußsakraments durch die Beichte, eine großzügigere Spendenbereitschaft, ein Verzicht auf große Partys und sonstige Vergnügungen, eine stärker ausgeprägte selbstlose Haltung und die zeitweilige Abkehr von schlechten Gewohnheiten – wie etwa dem übermäßigen TV-Konsum – empfohlen. Die Sonntage sind von den Fastenzeiten übrigens ausdrücklich ausgenommen, was das Ganze nicht nur den Weintrinkern unter den Katholiken etwas erleichtern dürfte.
Kornfeld
Fasten – Powernapping für Körper und Psyche
Der Sinn aller Fastenpraxis ist es, sich selbst und seine Fehler zu reflektieren, gegebenenfalls Mut zu schöpfen für Veränderung, der spirituellen Komponente des Lebens wieder ein größeres Gewicht zu verleihen sowie sich auf das wichtigste Fest der Christen, auf Ostern, und damit auf die Erneuerung des Taufversprechens in der Osterfeier vorzubereiten.

Die Fastenzeit in der evangelischen Kirche

In den protestantischen Kirchen bezeichnet man die knapp sieben Wochen von Aschermittwoch bis Ostern als Passionszeit. Auch Luther hatte nicht prinzipiell etwas gegen das Fasten, er lehnte allerdings die formalistische Festlegung auf bestimmte Zeiten und Speisen ab. Luther begriff das Fasten eher als ein individuelles Trainingsprogramm zur Selbstdisziplinierung: „Wenn nun jemand fände, dass auf Fische hin sich mehr Mutwillen regte in seinem Fleisch als auf Eier und Fleisch hin, so soll er Fleisch und nicht Eier essen.“ Die beiden anderen großen Reformatoren, Zwingli und Calvin, hielten wenig vom Fasten. Durch einen provokativen Verstoß gegen die damaligen Fastenvorschriften markierten sie ihren Bruch mit der römisch-katholischen Kirche. Am 9. März 1522, dem Inokavit, also dem ersten Sonntag der Fastenzeit, veranstalteten sie in Zürich ein demonstratives Wurstessen, das als Züricher Wurstessen in die Geschichte der Reformation eingegangen ist.

Verzicht als persönlicher Gewinn

Lange Zeit galt das Fasten für viele Katholiken als lästige Pflicht. Das hat sich in den zurückliegenden Jahren jedoch verändert. Heutzutage fastet man wohl mehrheitlich entweder aus Überzeugung oder man lässt es sein. Und inzwischen haben auch viele Protestanten und evangelische Kirchengemeinden die positive Wirkung des zeitweiligen Verzichts für sich neu entdeckt. Heutzutage ist mithin doch nicht mehr alles Käse mit der Askese. In unserer von Konkurrenzdruck, Zukunftsängsten und Stress geprägten Zeit suchen viele Menschen nach einem Sinn außerhalb der vermeintlich ökonomischen Sachzwänge und des Konsums und entdecken dabei auch das Fasten neu. „Einer Forsa-Umfrage von 2011 zufolge haben 40 Prozent der Bundesbürger schon einmal im Leben gefastet oder bewusst über längere Zeit auf Genussmittel verzichtet“, schreibt Focus-online. Wie der Verzicht während der Fastenzeit aussieht, entschieden viele Fastenwillige dabei ganz individuell: Es kann beispielsweise die Enthaltsamkeit in Sachen Fernsehgucken sein, eine Entsagung von Süßigkeiten oder das häufigere Abschalten des Computers. In Kirchengemeinden, ob katholische oder evangelische, treffen sich vielerorts Fastengruppen, in denen man sich über seine Erfahrungen austauscht und sich gegenseitig beim Durchhalten unterstützt. Hier bekommt das Fasten nicht zuletzt auch eine neue Qualität der christlich intendierten Selbsterfahrung.
Was den Wein angeht, ist eines dabei gewiss: Wer als Weintrinker schon einmal jene sieben Wochen auf den geschätzten Rebensaft verzichtet hat, weiß: Danach schmecken die ersten Gläser Wein zehnmal so gut wie ohne das Fasten!

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Jan 26 2011

El Patio – Wein aus dem Priorat bei Aldi Nord

Autor: . Abgelegt unter Weinblättchen

2008 El Patio
Weingut: Keine Angaben
Anbaugebiet: Priorat, Spanien
Traube: Keine Angaben
Farbe: Dunkelrot bis purpurrot
Nase: Kirsche
Gaumen: Waldbeeren, Brombeere
Nachklang: Heidelbeere
Alkoholgehalt: 14,5 Prozent
Gesamteindruck: Fruchtig, wenig Säure, milde Tannine, erdig aber trotzdem weich.

Weinanbaugebiet Priorart in Spanien. Karge hügelige Region.Für einen guten Tropfen aus dem spanischen Wein-Anbaugebiet Priorat kann man gut und gern schon mal ein paar Hunderter auf den Tresen werfen. Klar, es gibt auch Günstigeres, allerdings wird man in preislichen Gefilden unter 10 Euro selten fündig. Das Priorat ist das älteste und sicher eines der wichtigsten Weingebiete Spaniens. Man setzt hier auf Klasse statt auf Masse, und das ist aufgrund der oft terrassenförmig angelegten Weingärten an den Steilhängen dieser bergigen Region auch gar nicht anders möglich. Etwa 50 Winzer beackern das Gebiet, einige von ihnen gehören zu den besten der Welt. Im Jahr 2001 wurden die Weine aus dem Priorat von den zuständigen spanischen Behörden zur höchsten Qualitätsstufe des Landes mit der Bezeichnung Denominación de Origen Calificada (DOCa) geadelt, die sie sich seither mit den Tropfen aus dem Rioja teilen.
Die Region weist rund 1.700 Hektar Rebberge auf und liegt inmitten der Provinz Tarragona. Sie wurde nach dem im Jahre 1163 gegründeten Kartäuser-Kloster, dem „Priorat de la Cartoixa d’Escaladei, zu deutsch, „dem Priorat des Kartäuser-Klosters der Gottesleiter“ benannt. Von dem Kloster sind heute nur noch Ruinen erhalten.

Ein Priorat in Aldis Weinregalen

Im Dezember hat Aldi-Nord einige Kisten vermeintlichen Prioratswein per Sonderaktion in seine Filialen gebracht. Noch immer sind in manchen Geschäften Restposten davon zu haben. Preis: Euro 4,99. Ein Prioratswein für knapp fünf Okken? Da kann doch etwas nicht stimmen, oder? Immerhin hat er einen amtlichen Stempel, der seine Herkunft bezeugt, und auch der Alkoholgehalt von fetten 14,5 Prozent ist ein Indiz für die Echtheit. Die weitere gute Nachricht: Der Wein schmeckt nicht schlecht. Na ja, wer die Parker-Kracher* liebt, sollte vielleicht eher seine Finger davon lassen. Wir haben es mit einem sowohl in Säure als auch in Tannin eher milden Tröpfchen zu tun. Er hat eine erdige Note, bleibt dabei jedoch ausgesprochen weich.
Dies ist allerdings auch schon fast alles, was über den Tropfen zu sagen ist. Auf Angaben über den Produzenten darf man bei knapp fünf Euro ja schon gar nicht hoffen. Aber auch ansonsten sieht es mit näheren Informationen eher Mau aus. Es findet sich auf dem Etikett lediglich der Hinweis, dass die Abfüller-Firma sich Mas d´ en Cosme nennt und in Gratallops beheimatet ist. Eine Website oder andere darüber hinausgehende Infos gibt es nicht. Vermarktet wird der Wein in Deutschland über die in Baden-Baden ansässige Firma Suns Grape GmbH. Die hat immerhin einen Internet-Auftritt. Der macht jedoch auch nicht viel schlauer, da er sich – wie zu lesen ist – noch „im Aufbau“ befände. Etwas dubios ist es darüber hinaus, dass auf dem Flaschenetikett nicht einmal Angaben zu den im Wein enthaltenen Trauben zu finden sind. Dort liest man lediglich, dass im Priorat hauptsächlich Cabernet- und Garnacha-Trauben kultiviert werden. Ob die aber auch im El Patio stecken, weiß wohl der Abfüller allein.
Wie Aldi es mithin schafft, Prioratswein für lockere fünf Euro auf den Markt zu werfen, lässt sich grob rekonstruieren: Auch im Priorat wird mitunter zu viel Wein hergestellt, als sich teuer verkaufen lässt. Also werden die eher weniger guten Qualitätsstufen des Jahrgangs auf den Großmärkten verhökert. Hier treten dann Firmen wie Mas d´en Cosme auf den Plan, um den Wein an Zwischenhändler weiter zu verkaufen, in unserem Fall ist das die Firma Suns Grape. So weit, so gut. Wer diesen Cuvée aber letztendlich mit welchen Trauben zusammengemixt hat, würde uns schon mal interessieren. Na ja, geschmeckt hat’s immerhin. Hauptsache, es waren kein Dioxin, Glykol oder sonstige eklige Sachen drin.

Weinblättchen-Emfehlung:

Es schadet nichts, mal ein Fläschchen davon in den Einkaufswagen wandern zu lassen. Jedoch:
Wer sich gern an größ’re Mengen bindet, sollte sehn,
ob er für fünf Euro nicht was Bessres findet.

(*Parker-Kracher: Gemeint sind natürlich die vom bekannten Weinkritiker Robert Parker hoch bewerteten Weine, die in der Regel eine recht kräftige Tanninstruktur haben.)

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Jan 06 2011

Attention please, Tempranillo!

Autor: . Abgelegt unter Weinblättchen

Trink gut! Castillo Don Daniel 2002

castillo-don-daniel.jpgSpanische Rotweine, gekeltert aus der Traube Tempranillo, sind auf dem Weinmarkt derzeit so etwas wie die sprichwörtlich durchs Dorf getriebene Sau, Wein-Säue quasi: nicht zu überhören und vor allem nicht zu übersehen in den Regalen sowie unter den Angeboten und PR-Aktionen des Weinhandels. Vieles davon stammt aus dem mit etwa 30.000 Hektar Anbaufläche und 500.000 Hektolitern Jahresproduktion größten Weinanbaugebiet Spaniens: der Region Valdepeñas. Bei den Massen an Valdepeñas-Weinen, die inzwischen in jedem besseren Supermarkt Europas zu finden sind, scheint es in diesem Gebiet etliche nie versiegende Weinquellen zu geben. Und gerade deshalb ist Vorsicht angebracht: Vergleichbare Wein-Hypes anderer Trauben und Anbauländer haben uns über die Jahre viel Ungenießbares in die Gläser gespült.
Aber es kommt auch immer noch Passables aus dem Valdepeñas. Davon gibt es derzeit etwas beim Getränkediscounter trinkgut zu kaufen: Bezeichnung Castillo Don Daniel, abgefüllt in den Bodegas Fernando Castro, einer der großen exportierenden Weinhändler Spaniens, die durch den internationalen Tempranillo-Hype wohl recht gut über die Runden kommen.

Weinblättchen-Emfehlung:

Der Wein, ein Gran Reserva des Jahrgangs 2002, wird uns händlerseits beschrieben als ein Tröpfchen mit „Aromen von schwarzen Früchten und einem Hauch von Zimt und Nelke neben einer feinen Holznote.“ Das stimmt im Großen und Ganzen. Und da auch der Preis von 2,88 Euro pro Fläschchen nicht zu hoch ist, können wir guten Gewissens zum Kauf raten.
Die Firma trinkgut bietet ihn wieder im Rahmen einer 5+1 Aktion an: Wer fünf kauft, kriegt die sechste Flasche umsonst dazu. Freunde der kräftigen spanischen Tropen werden nicht enttäuscht sein. Man sollte allerdings auch keine Wein-Wunder erwarten.

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