„Mit ins Boot gesprungen“

Ein Bewohner aus einer ehemaligen Flüchtlingsnotunterkunft in Hannover erzählt über die Beweggründe und Umstände seiner Emigration
Tarek stammt aus Syrien. Er ist in einer kurdisch geprägten Region aufgewachsen, dort, wo Anfang des Jahres 2018 die türkische Armee einmarschierte. Tarek floh im Jahr 2011 vor dem Krieg in Türkei. Fünf Jahre hat er dort gelebt und Computertechnologie studiert. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich mit Jobs als Übersetzer für Türkisch und Arabisch. „Die Lebensumstände in der Türkei waren nicht besonders gut“, sagt Tarek. Und in den Jahren 2015 und 2016 seien alle auf der Durchreise nach Deutschland gewesen. „In Deutschland ist das Leben einfacher, dort gibt es Hilfen“, habe man ihm gesagt: „Da bin ich mit ins Boot gesprungen“. Ursprünglich wollte er sich nach seinem Studium in der Türkei eine Arbeit suchen.

Aktion für Flüchtlinge

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Lutherkeks

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Wohin jetzt mit dem Lutherkeks?

lutherkeks Viele Altkatholiken haben es aufgrund der alt-katholischen Diaspora-Situation bekanntlich ziemlich weit zu ihrer Kirche. Ich selbst kann von Glück sagen, dass meine nur am anderen Ende der Stadt – und nicht wie bei vielen anderen gleich am anderen Ende des Bundeslandes liegt. Wenn mir aber manchmal selbst das zu weit ist, beispielsweise weil ich gerade wenig Zeit habe aber trotzdem einen Sonntagsgottesdienst besuchen möchte, dann gehe ich auch schon mal in die evangelische Kirche hier gleich bei uns um die Ecke. Mehr lesen

Wir wissen nicht mehr, wo wir hingehören

(Der Flüchtlingsrat, Sonderheft 117 - 2007: „Wir wollen leben, wie Menschen es verdient haben!“ Flüchtlinge im Portrait) Wie so häufig in den letzten Monaten ist die drohende Abschiebung auch heute wieder das beherrschende Thema bei den Beqiroviqs. Zu Gast ist Matthias Köhler, der Chef des Familienvaters. Aus den hinteren Zimmern tönt Kinderlärm. Bei Kaffee und Kuchen wird über Petition, Härtefallantrag und Bleiberechtsregelung geredet. "Die ist aber noch ganz schön eisig", bemerkt Matthias Köhler zwischendurch mit einer kleinen Geste in Richtung Kuchen. "Tut mir Leid", erwidert Jupo Beqiroviq und lächelt verschmitzt. Mehr lesen

Richter und Rentner

Über einen der langen Flure im Amtsgericht Hannover schlurft ein kleiner, etwas untersetzter Mann mit runzeliger Nase und ungesunder rötlicher Gesichtsfarbe, der das Alter von 60 Jahren bereits deutlich überschritten zu haben scheint. Vor dem Sitzungssaal 2236 des Strafgerichts schaut er auf den Verhandlungsplan. „Wat gibt es denn wieder Spannendes?!“ murmelt er vor sich hin. "Kommt ihr wegen Siecken?" Außer ihm haben sich hier noch einige angehende Journalisten eingefunden, die über den heutigen Verhandlungstag etwas zu Papier bringen wollen. Ob sie wegen Richter Siecken kämen, will der Alte von ihnen wissen. Kopfschütteln. Mehr lesen