Pepper Adams: Sie nannten ihn The Knife

Ein Musikerportrait

Nur wenige Jazzmusiker haben sich an das Baritonsaxophon als Soloinstrument gewagt. Zu ihnen gehört Pepper Adams. Und er zählt zweifellos zu den besten Solisten, die der Jazz hervorgebracht hat.

In den Saxophonsätzen größerer Orchester übernahm das Baritonsaxophon meistens die Basslinien. Wenn Pepper Adams es spielte, war nichts mehr von der Mühe zu spüren, die es kostete, dieses Instrument zu beherrschen. "Wir nannten ihn das Messer", hat der Bandleader Mel Lewis einmal über Pepper Adams gesagt, "denn sein Ton schnitt regelrecht in uns hinein. Und wenn er mit dem Spielen fertig war, hatte er uns alle auf unsere wahre Größe zurecht gestutzt"

Pepper Adams auf dem Cover von Twelfth & Pingree
Pepper Adams auf dem Cover von Twelfth & Pingree

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Über das Fasten und wozu es gut ist

Über das Fasten und wozu es gut ist
Heute beginnt die Fastenzeit – und alle machen mit. Na ja, nicht alle! Aber zumindest werden diese kommenden 40 besonderen Tage vor Ostern mittlerweile auch in unserer protestantisch geprägten Region wieder deutlicher wahrgenommen als früher. Das ist zumindest mein Eindruck. Ich stamme aus einem evangelischen Elternhaus und in meiner Kindheit und Jugend war nie vom Fasten die Rede. Mittlerweise existiert auch in der evangelischen Gemeinde meines Heimatortes eine Gruppe, deren Mitglieder sich im Rahmen der evangelischen Aktion „7 Wochen ohne“ über ihre Fastenerfahrungen austauschen. Feste Regeln gibt es dabei nicht. Jeder bestimmt selbst, worauf er in der vorösterlichen Zeit verzichten möchte: bei dem einen ist es der regelmäßige Fernsehabend, bei dem anderen sind es bestimmte Genussmitteln oder das gewohnte Konsumverhalten. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Fasten ist en vogue! Und mittlerweile ist das Fasten selbst bei vielen nicht-religiösen Menschen populär geworden. Fasten wird dabei immer mehr als eine Fitness- und Gesundheitskur betrachtet. Die Auswahl an kommerziellen Fastenkuren und Fastenkursen unter medizinischer Aufsicht ist groß und in der Regel verbunden mit sportlichen Betätigungen, Yoga oder Wanderausflügen. Man fastet, um sich von überschüssigen Pfunden zu entlasten, um sich und seinem Körper etwas Gutes zu tun, um wieder fit und leistungsfähiger zu werden. Man fastet, um sich von Giften im Körper zu befreien, um sich zu „entschlacken“. Dabei ist der gesundheitliche Nutzen solcher Fastenkuren, zumindest wenn über einen bestimmten Zeitraum ganz auf feste Nahrung verzichtet wird, durchaus umstritten. Wissenschaftliche Belege für die Existenz von Schlacken, die angeblich durch das Fasten ausgeschieden werden, gibt es jedenfalls nicht. Der Körper scheidet unverwertbare Stoffwechselprodukte ohnehin ständig über Haut, Nieren, Darm und Lungen aus. Eine spezielle Diät ist dafür gar nicht notwendig. Im Gegenteil! Insbesondere bei Menschen mit Übergewicht bewirkt das Fasten erwiesenermaßen keine Senkung sondern eine Erhöhung der Schadstoffwerte im Blut. Der Grund:
Fettpolster „sind evolutionär nicht nur als Kältepuffer und Reserven für nahrungsärmere Zeiten gedacht, sondern auch als Zwischenlager für fettlösliche Gifte. (...) Gerade wenn Menschen häufig mit Umweltgiften Kontakt haben oder viel Alkohol trinken, sind die Leber sowie die anderen Entgiftungsorgane überfordert, sodass sie die Problemsubstanzen unverstoffwechselt im Fettdepot abspeichern. Eine Art ‚Fettquarantäne’ für Umweltgifte also. Doch diese Quarantäne wird durchlässig, wenn der Körper aufgrund einer Diät auf die Speckpolster zurückgreifen muss. Dann gelangen die Gifte ins Blut und von dort aus zu anderen Organen, wo sie Schaden anrichten können“. Quelle: Spiegel Online
Und doch versprechen sich viele Menschen durch das Fasten gewissermaßen eine Reinigung von Körper und Seele. Die Umwelt-, Öko- und Lebensmittelskandale der letzte Jahre haben sicherlich das ihre dazu beigetragen. Doch ich vermute, das Ganze hat noch andere Ursachen. Die Menschen fühlen, dass sie von einer Leistungs- und Konsummaschenerie bestimmt werden, die ihnen im Prinzip nicht gut tut. Und es bleibt wohl bei vielen eine Ahnung davon zurück, dass sich die Sucht nach Geltung und Besitz über die tiefe Sehnsucht nach Liebe, Mitmenschlichkeit und Erkenntnis gelegt hat. Es bleibt eine Ahnung davon zurück, dass man sich auf Rollen festlegen lässt, die von Existenzangst und Konkurrenzdruck diktiert werden. Dass man in einer Gesellschaft lebt, in der soziale Anerkennung und Respekt nach dem Prinzip des Survivival of the Fittest verteilt werden, in einer Gesellschaft, die selbstsüchtig macht. Je mehr die Menschen indes diesen Mustern verfallen, desto mehr entfernen sie sich von Gott. Und je mehr die Menschen sich von Gott entfernen, desto mehr entfernen sie sich von ihrem eigenen Urgrund. Die Gottesferne aber ist der Kern dessen, was gemeinhin als Sünde bezeichnet wird. Der Begriff Sünde indes hat für die meisten Menschen einen seltsamen klang, wird verbunden mit altbackenen Moralvorstellungen und Zwangssystemen und gilt als eine wahre Spaßbremse. Es bleibt bei vielen aber wohl doch irgendwie ein schlechtes Gefühl haften, das manchmal als Gefühl der inneren "Verunreinigung" empfunden wird. Der Mensch kann jedoch fasten soviel er will: sofern er sich nicht seinem Urgrund und damit Gott annähert, wird sich daran nicht viel ändern. Ist also das Fasten vollkommen unnütz? Die Reformatoren haben es seinerzeit tendenziell so gesehen. Allerdings hatte zum Beispiel Luther nicht prinzipiell etwas gegen das Fasten, er lehnte jedoch die formalistische Festlegung auf bestimmte Zeiten und Speisen ab. Luther begriff das Fasten eher als ein individuelles Trainingsprogramm zur Selbstdisziplinierung:
„Wenn nun jemand fände, dass auf Fische hin sich mehr Mutwillen regte in seinem Fleisch als auf Eier und Fleisch hin, so soll er Fleisch und nicht Eier essen.“
Auch die beiden anderen großen Reformatoren, Zwingli und Calvin, hielten wenig von den kirchlichen Fastenvorschriften. Durch einen provokativen Verstoß dagegen, markierten sie ihren Bruch mit der römisch-katholischen Kirche. Am 9. März 1522, dem Inokavit, also dem ersten Sonntag der Fastenzeit, veranstalteten sie in Zürich ein demonstratives Wurstessen, das als Züricher Wurstessen in die Geschichte der Reformation eingegangen ist. Die Christen seien von allen menschlichen Geboten und Ordnungen freigestellt, nur Gottes Gesetzen sei unbedingt Folge zu leisten, meinte Zwingli. Und da das Fasten ein von Menschen gemachtes Gebot sei und keine Autorität der Bibel hinter sich habe, müsse man es auch nicht befolgen.
„Willst du gerne fasten, dann tue es! Willst du dabei auf Fleisch verzichten, dann iss auch kein Fleisch! Lass mir aber dabei dem Christen die freie Wahl! (Quelle: REFORMIERT-INFO.DE)“
Richtig ist daran wohl immerhin, dass das Fasten als rein äußerliche Frömmigkeitsgeste wenig Sinn macht, ja geradezu kontraproduktiv ist. So mahnte schon Christus selbst:
“Wenn ihr fastet, sollt ihr nicht sauer dreinsehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Gesicht, um sich vor den Leuten zu zeigen mit ihrem Fasten. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. 17 Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, 18 damit du dich nicht vor den Leuten zeigst mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten.” (Matthäus 6,17-18)
Dieses Christuswort indes richtet sich keineswegs gegen das Fasten als solches. Er selbst hat sich, wie das Evangelium bezeugt, fastend zum Gebet zurückgezogen, um seinem Vater nahe zu sein. Der Sinn des Fastens und der Fastenzeit liegt mithin darin, dass wir uns im Gebet still werdend zurück auf Gott, auf unseren göttlichen Urgrund besinnen. Dass wir uns bewusst werden, wo wir uns gegen Gott, gegen unsere Mitmenschen und damit letztlich auch gegen uns selbst schuldig gemacht haben, selbstsüchtig, unsolidarisch, verletzend waren. Um schließlich unser Leben auf Gott hin neu zu justieren. Durch den Verzicht in der Fastenzeit signalisieren wir, dass etwas in unserem Leben nicht in Ordnung ist, dass wir Dinge tun, die uns eigentlich schaden, auf die wir besser verzichten sollten. Aber der Verzicht nur für eine bestimmte Zeit nützt letztlich wenig, wenn wir daraus nicht auch etwas Bleibendes für unser weiteres Leben gewinnen. Darin liegt die eigentliche Herausforderung der Fastenzeit.

Celler Hasenjagd

Celler Hasenjagd
(HAZ vom 26.01.2015) Post-aus-Frankreich-lueftet-Geheimnis_ArtikelQuer
Unweit von Burgwedel spielte sich am 8. April 1945 ein finsteres Kapitel der deutschen Geschichte ab: die sogenannte Celler Hasenjagd. Der erste Nachkriegsbürgermeister von Burgwedels Partnerstadt Domfront entkam bei dieser mörderischen Menschenhatz auf KZ-Häftlinge. Wettmar. Im Sommer 2011 meldet sich ein 91-jähriger Mann aus Celle in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora bei Nordhausen: Ob Interesse an etwa 150 Zeichnungen von Häftlingen und Tagebuchaufzeichnungen aus dem KZ bestehe. Seine Schwiegermutter habe die Mappe im April 1945 in ihrem Schrebergarten nahe des Celler Bahnhofs gefunden. Und ob Interesse besteht! Handelt es sich doch um authentische Quellen für die dramatischen Ereignisse während der Räumung der Lager, der Todesmärsche und der Massaker an KZ-Häftlingen im April 1945. Anhand der Beschriftungen sind der französische Oberst Camille Delétang als Urheber der Porträtzeichnungen und der Arzt Armand Roux als Verfasser der handschriftlichen Dokumente schnell identifiziert. Beide überlebten die Deportation und spielten nach dem Krieg eine wichtige Rolle in Überlebenden- und Veteranenverbänden.
Aus: Post aus Frankreich lüftet Geheimnis. HAZ vom 27.01.2015 Der vollständige Artikel hier: Klick! Über das Schweigen im Walde. Demnächst mehr hier bei Beinsen.

Ermordet, weil sie das Recht auf Spott verteidigt haben. Ermordet, weil sie Juden waren

Ermordet, weil sie das Recht auf Spott verteidigt haben. Ermordet, weil sie Juden waren
Ohne Titel
Das sind die Namen der Opfer der Terroranschläge im Januar 2015 in Frankreich: Charlie Hebdo Jean Cabut alias Cabu Georges Wolinski Bernard Verlhac alias Tignous Stéphane Charbonnier alias Charb Philippe Honoré Sie wurden ermordet, weil sie Karikaturen über den Islam angefertigt hatten. Elsa Cayat Michel Renaud Bernard Maris Sie wurden ermordet, weil sie Witze über den Islam gemacht hatten. Mustapha Ourrad Er wurde ermordet, weil er mit Leuten zusammenarbeitete, die Karikaturen und Witze über den Islam machten. Frédéric Boisseau Er wurde ermordet, weil er für Leute arbeitete, die Karikaturen und Witze über den Islam machten. Ahmed Merabet Franck Brinsolaro Sie wurden ermordet, weil sie als Polizisten die Menschen schützten, die Karikaturen und Witze über den Islam machten. HyperCasher: Yoav Hattab Yohan Cohen Francois-Michel Saada Philippe Braham Sie wurden ermordet, weil sie Juden waren.

Rote Mojosauce nach Art Villa Heyde

Rote Mojosauce nach Art Villa Heyde
Mojosauce rot & grün Rote Mojosauce nach Art Villa Heyde
  • Zwei rote Paprikaschoten etwa fünf bis zehn Minuten kochen.
  • Eine frische Chilischoten entkernen hinzugeben und fünf Minuten mitkochen. Alternativ kann man auch Chilipulver oder getrocknete Chilis verwenden.
Zusammen mit
  • zwei Knoblauchzehen,
  • einem gestrichenen Teelöffel Kreuzkümmel,
  • etwas Salz, Pfeffer und
  • einem gestrichenen Teelöffel Paprikapulver, süß, sowie
  • etwa 50 bis 100 Milliliter Olivenöl
pürieren. Abkühlen lassen. Genießen!

Winter an der Küste

Sturm an der Ostseeküste Schild: Sorry we`re closed Spätestens im Oktober, wenn die Tage merklich kürzer werden und die Temperaturen deutlich nach unten gehen, kehrt in den deutschen Ferienorten an der Nord- und Ostseeküste eine fast gespenstische Ruhe ein. Strand-Bars und Strand-Kioske, Kneipen, Souvenirläden und selbst Lebensmittelgeschäfte schließen für die nächsten Monate ihre Türen. Die Strände haben sich geleert. Kalter Wind wühlt die See auf, fegt über das Land, die gelben Gräser am Strand wiegen sich in seinen pfeifenden Böen. Der dunkle und von Wolken verhangende Himmel gewährt nur trübes Zwielicht, das alles in eine morbide Atmosphäre taucht. Sie beschwört eine Szenerie, die als Kulisse für Geschichten von Ende, Verlassenheit und Einsamkeit gemacht zu sein scheint. Die Orte wirken wie zu Geisterstädten mutierte Stätten ehemals quirliger Geschäftigkeit. Werbetafeln und Plastikbanner locken in bunten Bildern vor verschlossen Türen mit Coca Cola, Eiskrem, Fischbrötchen oder Döner. Jetzt dienen sie nur noch dem Sturm als Schlagwerk und Orgelpfeifen für seine winterlichen Symphonien.

No Go oder Must Be? Zucker im Tee!

“Na – wenn’s also keinen Tee gibt, dann wollen wir wenigstens ein bißchen philosophieren“ sagt Werschinin in Anton Pavlovič Čechovs Drama „Drei Schwestern“. Mehr Spaß macht es natürlich, bei einem Tässchen Tee zu philosophieren; zum Beispiel über die Frage, ob und wie man den Tee süßen sollte. Für die meisten Tee-Puristen ist Zucker im Tee ein absolutes No-Go. Zucker im Tee wäre Selbstbetrug, behaupten manche, denn der eigentliche Teegeschmack sei dabei gar nicht mehr wahrzunehmen. Der britische Tee-Importeur Stephen Twining etwa meint, Zucker sei so dominant, dass er den Eigengeschmack des Tee überdecke. Twining: „Tee ist keineswegs bitter, wenn Sie ihn richtig zubereiten: Wichtig ist, die richtige Ziehdauer einzuhalten. Die optimale Zeit steht auf jeder Verpackung. Das Wasser soll vorher nicht schon einmal aufgekocht worden sein.“ Milch im Tee, das lässt der Teehändler gerade noch gelten. Er ist eben ein echter Brite. Natürlich werden von den Zucker-Gegnern auch gesundheitliche Gründe ins Feld geführt. Zucker reize die Bauchspeicheldüse und könne langfristig zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen. Und Süßstoff? Obwohl das wahrscheinlich noch nicht ganz erwiesen ist, stehen einige darin enthaltene Substanzen im Verdacht, krebserregend zu sein. Egal, alles was Spaß macht ist ohnehin schädlich, werden die notorischen Zucker-im-Tee-Verfechter wohl einwenden. Aber bevor man sich jetzt den nächsten Löffel Zucker in den Tee schaufelt, sollten vielleicht erst einmal die möglichen Alternativen in Betracht gezogen werden. Da käme als erstes Honig infrage. Der wirke als natürlicher Geschmacksverstärker und enthalte lebenswichtige Minerale und Nährstoffe, postet etwa robertru im Online-Portal gutefrage.net . Und Nicole Quast, "Expertin für Yoga, Abnehmen und Diat", empfiehlt auf experto.de nicht etwa das Süßholzraspeln, sondern die Verwendung von Süßholz im Tee. Okay, man kann das ja alles einmal ausprobieren. Und wenn es nicht schmeckt, notfalls doch wieder zum bewährten Zucker, ob weiß, braun oder als Kluntje, wie es der Ostfriese mag, zurückkehren. Oder den Tee vielleicht doch ungesüsst trinken!?