Archiv für die Kategorie 'Allgemein'

Aug 05 2011

Feine Früchtchen

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Es gibt Weine, zu denen entwickelt man schon beim ersten Glas eine geradezu freundschaftliche Beziehung, und plötzlich stellt sich jener Effekt ein, den die Pfälzer mit den Worten „da kansch net mähr uffhöre“ beschreiben. Komme uns jetzt keiner mit der Sucht-Keule. Hier geht es um nichts weniger als um die Kommunikation zwischen Mensch und Wein. Hat dir der Wein etwas zu sagen oder nicht, das ist der springende Punkt.
Jeder Weinfreund spricht da auf unterschiedliche Geschmacks-Modifikationen und Wein-Charaktere an. In unserem Fall werden in der Regel Weine mit moderater Säure, gut integrierten Tanninen und stark ausgeprägten Fruchtaromen bevorzugt. Das sind sonnenverwöhnte Tropfen, die meist recht alkoholhaltig daherkommen. Heutzutage findet man sie beispielsweise immer häufiger unter den Übersee-Weinen, die aus der Syrah-Traube – auch Shiraz genannt – gekeltert werden. Aber in den europäischen Weinländern werden ebenfalls vermehrt reinsortige Tropfen dieser Edel-Rebe auf den Markt gebracht. Obwohl der allgemeine Trend laut Weinreporter Mario Scheuermann eher zum Wein mit weniger Alkohol geht, haben auch die alkohollastigen Fruchttorpedos eine große Anhängerschaft, und das muss ja nicht per se schlecht sein.

Ein 2008er Shiraz aus Südaustralien

Im vorliegenden Fall führte ein 2008er Shiraz vom Weingut Bleasdale in Südaustralien zum besagten „Net-mähr-uffhöre-Effekt“. Der Wein hat, wie man es von der Syrah-Traube kennt, eine dunkelrote Farbe und besticht schon beim ersten Schnuppern mit kräftigen Cassis- Aromen. Dieser Eindruck bestätigt sich am Gaumen, und neben der zusätzlichen Pflaumen-Note ist hier gar ein Hauch von Lavendel wahrnehmbar. Etwas Kirsche im Nachhall rundet das Frucht-Bouquet ab. Attention: Dieser Wein hat immerhin 14,5 Prozent Alkohol zu bieten. Bleasdale Shiraz Gekeltert wird der Tropfen auf dem Weingut Bleasdale in Südaustralien, ein Familienunternehmen, dessen derzeitiger Inhaber Robbie Potts nun in der fünften Generationen Weinbau betreibt. Sein Ururgroßvater Frank Potts hat die Gegend am Langhorne Creek um das Jahr 1860 für den Weinbau entdeckt und war damit dort lange Zeit allein auf weiter Flur. Inzwischen sind andere hinzu gekommen. Bleasdale „liegt 75 Kilometer südöstlich von Adelaide am Lake Alexandrina, einem zum Indischen Ozean hin offenen Haff. Die Reben wachsen auf flachen Kiesschotterböden, die durch den Bremer River und den Angas River angeschwemmt wurden. Das Klima ist trocken. Die durchschnittlichen Niederschläge liegen bei 410 Millimeter. Im Winter, wenn die Flüsse viel Wasser tragen, werden die Rebanlagen regelmäßig geflutet“.

Weingut
Bleasdale
Anbaugebiet
Langhorne Creek, Südaustralien
Jahrgang
2008
Traube
Shiraz
Farbe
Dunkelrot
Nase
Cassis
Gaumen
Cassis, Pflaaume, Lavendel
Nachklang
Cassis, Kirsche
Alkoholgehalt
14,49%
Restzucker
1,7 g/l
Säure
6,9g/l
Gesamteindruck
Ein charaktervoller aroma- und nuancenreicher Wein
mit weichem Nachklang!

Angeblich wollte Robbie Potts seinerzeit eigentlich nicht am Langhorne Creek bleiben, sondern weiter ziehen nach Tasmanien, dem zu Australien gehörenden Eiland südlich des Kontinents. Das hat irgendwie nicht sein sollen. Aber hätte er es bis dahin geschafft, wäre ihm vielleicht auch einmal ein spezielles tasmanisches Gericht vorgesetzt worden, das im Übrigen hervorragend zu dem heute von seinem Nachfahren Frank produzierten Shiraz passt: die tasmanische Ente.
Dazu braucht man getrocknete tasmanische Kirschen, aber die aufzutreiben, ist nicht leicht. Wir haben daher getrocknete Süßkirschen aus Europa verwendet und uns auch sonst einige kleine Variationen beim Kochen erlaubt. Es läuft also eher auf Entenbrust tasmanischer Art hinaus.

Entenbrust tasmanischer Art


60g getrocknete Kirschen
4 EL Zitronensaft und
100ml trockenen Rotwein in einen Topf geben und kurz zum Kochen bringen.

1 bis 2 Auberginen in dünne Scheiben schneiden, mit Salz bestreuen und 10 bis 15 Minuten ziehen lassen.
Zwei Stangen Porree putzen, gegebenenfalls halbieren.
1 bis 2 Zucchini waschen und in dünne Scheiben schneiden.
1 rote und 1 grüne Paprika waschen, aufschneiden, säubern und in dünne Ringe oder Streifen schneiden.
2 Möhren putzen und in kleine Scheiben schneiden.
Das Gemüse zusammen mit
1 gehackten Knoblauchzehe in eine Auflaufform geben geben. Salzen und Pfeffern und mit süßem Paprika würzen.
Das Gemüse mit etwas Oliveöl einpinseln und etwa 30 Minuten in den auf 200 Grad vorgeheizten Backofen stellen

Die Entenbrust auf der Fettseite zwei- bis dreimal kreuzweie einschneiden und in einer Pfanne
in Butter Pfanne anbraten. Die Seite mit der Fettschicht sollte etwas länger braten, bis zu kross ist.
Die Ente aus der Pfanne nehmen, in einen geschlossen Bräter oder eine Auflaufform geben und etwa
20 Minuten in den auf 200 Grad vorgeheizten Backofen stellen.

2 El Balsamessig in den Bratensatz geben und von der Pfanne lösen.
Den Bratensatz zu der vorbereiteten Kirschsoße geben, mit etwas Honig, Salz und Pfeffer abschmecken und schließlich mit etwa
150 ml italienischem Masala, wahlweise kann man auch Portwein verwenden, auffüllen.
Cirka 10 Minuten sämig einköcheln lassen.

Ente aufschneiden und zusammen mit der Soße und dem Gemüse servieren. Dazu kann man Backkartoffeln oder auch Weißbrot reichen.
Das Ganze ist insbesondere zusammen mit dem Bleasdale-Shiraz ein Genuß!

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Mai 16 2011

„Der Weg nach Aldi hin!“ Alle Jahre wieder: Keller-Riesling bei Aldi-Nord

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2010 Baden Riesling Edition Fritz Keller
Weingut: Fritz Keller
Anbaugebiet: Baden/Deutschland
Traube: Riesling
Farbe: Blassgelb bis gelb
Nase: sehr intensiv, Melone
Gaumen: Stachelbeere, Apfel, Grapefruit
Nachhall: Etwas Banane, Zitrone, Ananas
Alkoholgehalt: 12 Prozent
Verschluss: Schraubverschluss
Preis: Euro 5,99
Gesamteindruck: Sehr fruchtig, frisch, schön ausbalanciert

Auch 2011 setzt der bekannte badische Weinproduzent Fritz Keller seine Zusammenarbeit mit dem Lebensmitteldiscounter Aldi fort. Pünktlich zur beginnenden Spargelsaison bringt Keller in diesem Jahr einen Rosé- und einen Riesling in die Filialen des nördlichen Aldi-Imperiums. Die Idee ist einfach aber bewährt: Keller liefert das Konzept, sein Knowhow in Produktion und Marketing und vor allem seinen Namen und lässt den Rebensaft von einer Vielzahl badischer Familienbetriebe herstellen. Davon profitieren nicht zuletzt auch seine Kooperationspartner, kleine Winzer, die sonst teilweise eher schlecht als recht über die Runden kommen.
Der Tropfen ist für 5,99 Euro zu haben, auf Dumpingpreise lässt sich Keller nicht ein. Doch schon im letzten Jahr hat sich der Wein dieses Preises als würdig erwiesen, und so auch diesmal. Blassgelb in der Farbe, verströmt er schon bei geöffneter Flasche einen grandiosen Geruch von reifen Melonen, geradezu ein Duft-Flash. Am Gaumen reüssiert der Tropfen mit Aromen von Stachelbeere, etwas Apfel und Grapefruit, um im Nachhall einen lang anhaltenden leicht bananigen Eindruck, gemischt mit Zitronen- und dezenten Ananasaromen zu hinterlassen. Ein herrlich fruchtiger und frischer Wein, unserer Meinung nach wunderbar für ein gutes Spargelessen geeignet. Keller hat nicht enttäuscht. Da lohnt der Weg „nach Aldi hin“.

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Mai 04 2011

Nur heiße Luft?

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Anlage auf dem Dach der Firma Silgan White Cup in Hannover
Anlage auf dem Dach der Firma Silgan White Cap am Nordhafen in Hannover.

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Apr 06 2011

Cooler Norden

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Mrz 24 2011

Philosophen-Laube

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Leibniztempel im Georgengarten Hannover
Leibniztempel im Georgengarten von Hannover.

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Mrz 16 2011

Im Märzen der Bauer!

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Acker in Hannover-Vinnhorst mit Treckerspur und Hintergrund s/w
Schon beackert?

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Mrz 09 2011

Magic Island

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Alte hütte auf Gomera, Hintergrund Palmen
Alte Hütte auf Gomera. Analogfoto von 1991.

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Mrz 05 2011

Mächtig aufgebrezelt!

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Entenpärchen am Hannoverschen Annateich
Eines morgens am Annateich in Hannover.

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Mrz 04 2011

Leine-Ufer

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Leine-Ufer am Niedersächsischen Landtag
Leine-Ufer am Niedersächsischen Landtag
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Mrz 03 2011

Der Wald

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Kiefernwald
Kiefernwald in der Nähe von Ramlingen, Region Hannover.

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Feb 24 2011

Italienischer Mokka – richtig zubereitet

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Mittlerweile brodelt, gluckert und zischt in vielen deutschen Küchen eine italienische Espresso-Maschine. Für ein brauchbares Gerät muss man allerdings einige Hunderter investieren. Mit einer guten Espresso-Maschine einen guten italienschen Kaffee zu machen, das kriegt fast jeder hin. Anders sieht es mit den preisgünstigen Alternativen aus, jenen dreiteiligen Aluminium-Kannen, in denen man den Kaffee auf dem Herd zubereitet. Was diese Kannen ausspucken, nennt man in Italien nicht etwa Espresso, wie manche fälschlicherweise annehmen, sondern schlicht Caffé, das ist der Mocca italienischer Provenienz.
caffe.jpg
Hiermit wirklich guten Caffé zu zaubern ist eine Kunst. Viele sind daran gescheitert und haben immer wieder eine bittere, etwas muffig oder verbrannt riechende Plörre auf den Tisch gebracht. So etwas einem geschmacklich sensiblen Menschen zu servieren, grenzt an Körperverletzung, Italiener könnten einem dabei wohlmöglich die Freundschaft kündigen. Hält man sich allerdings an bestimmte Regeln und hat zudem noch etwas Finderspitzengefühl, lässt sich mit so einer italienschen Kanne ein wunderbarer Mokka zubereiten, hinter dem sich so mancher schlecht gebrühte Espresso verstecken kann.
Hier die wichtigsten Regeln:

1. Wählen Sie eine qualitativ hochwertige Marke nach Ihrem Geschmack und bewahren Sie den Caffè in einem gut verschließbaren Glas- oder Keramikgefäß auf.
2. Verwenden Sie möglichst frisches Wasser mit einem geringen Kalkgehalt, das auf jeden Fall kalt sein muß. Kürzen Sie die Zubereitungsdauer nicht ab, indem Sie bereits erhitztes Wasser verwenden!
3. Füllen Sie das Wassergefäß vollständig mit Wasser. Achtung: Der Wasserstand darf niemals das Ventil des Wassergefässes überschreiten, sonst erhält man einen geschmacklosen “verlängerten Caffè”.
4. Füllen Sie den Filter großzügig mit Caffè und pressen Sie das Pulver nicht zusammen (manche Italiener machen drei kleine Löcher in das Pulver, um den Geschmack zu verbessern). Die Menge des Caffè wird bereits vom Fassungsvermögen des Filters vorgegeben. Bereiten Sie immer die Menge für die auf der Mokkakanne angegebene maximale Tassenzahl zu. Auch wenn Sie weniger Tassen benötigen, müssen Wassergefäß und Filter immer vollständig gefüllt sein.
5. Stellen Sie die Mokkakanne auf die Herdplatte (Elektroherd: ca. Stufe 2). Die Herdplatte darf nicht zu heiß sein, weil das Wasser langsam aufsteigen muß. Der Caffè muß solange auf der Herdplatte bleiben, bis er durch den Filter in den Kannenaufsatz aufsteigt. Man hört es an einem blubbernden Geräusch.
6. Öffnen Sie den Deckel der Mokkakanne, sobald der Caffè aufzusteigen beginnt. So gelangt das Kondenswasser nicht in den Caffè.
7. Nehmen Sie die Mokkakanne einige Sekunden vor dem Aufsteigen des gesamten Wassers von der Herdplatte (es ist nicht schlimm, wenn dabei ein wenig Wasser im Wasserbehälter zurück bleibt). Achtung: Der Caffè darf auf keinen Fall beginnen zu kochen!
8. Trinken Sie den Caffè heiß und geben Sie Zucker nach Geschmack hinzu.
9. Reinigen Sie die Mokkakanne anschließend gut mit heißem oder kochendem Wasser, aber nicht mit Spülmittel.

Diese Informationen sind aus der Website Der italienische caffè Die Geheimnisse der Kaffee-Zubereitung mit der Mokkakanne zitiert (URL: http://www.portanapoli.com/Neapel/Kueche_Neapel/ku_kaffee_mokka.html).

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Nov 03 2010

Ein 2008er Riesling Kabinett aus dem Hofladen

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2008 Riesling Kabinett trocken
Weingut: Weingut Bohnenstiel
Anbaugebiet: Pfalz, Herxheim am Berg (Weinstraße)
Traube: Riesling
Farbe: Goldgeld
Nase: Zitrone, Mango
Gaumen: Honigmelone, Grapefruit
Nachklang: Apfel, Pfirsich
Alkoholgehalt: 11,5%
Restzucker: 7,1%
Säure: 8%

Auf der Suche nach leckerem Wein empfiehlt es sich, häufiger einmal die zumindest in Norddeutschland verbreiteten Hofläden anzusteuern, die es mittlerweile in jedem zweiten Dörfchen gibt. Oft handelt es sich dabei inzwischen fast schon wieder um kleine Supermärkte, in denen die Landwirte nicht nur ihre eigenen Produkte sondern auch Waren vom Großmarkt anbieten. Wie dem auch sei: Viele Hofläden arbeiten mit einem deutschen Weingut zusammen. Man findet dort also in der Regel eine kleine Auswahl an Rot- und Weißweinen eines inländischen Weinproduzenten. So kommt es, dass inzwischen fast jedes Klein-Hintertupfingen im hohen Norden mit recht brauchbarem Winzerwein versorgt wird. Daher unser Rat an alle niederdeutschen Landeier: Vergesst beim Weinkauf die Supermärkte und haltet euch an die Hofläden.
In Meyers Hofladen, beheimatet im Burgdorfer Ortsteil Otze bei Hannover, werden verschiedene Sorten Wein des Pfälzer Weinguts Bohnenstiel angeboten.
Meyers Hofladen
Meyers Hofladen

Der Bohnenstielssche Betrieb, ein traditionsreiches Familienunternehmen, befindet sich in Herxheim an der Weinstraße; wer will, kann bei Bohnenstiels nicht nur Wein kaufen, sondern in einer Ferienwohnung auch Urlaub machen.
Für den Wein müssen wir jedenfalls nicht extra in die Pfalz fahren, es reicht eine Expedition zu Meyers Hofladen. Von dort haben wir ein Fläschchen des „2008er Rieslings Kabinett trocken“ mitgenommen und anlässlich eines Grünkohlessens verkostet.
Weinberg des Weinguts Bohnenstiel

Im Glas zeigt der Wein eine schöne goldgelbe Farbe und macht mit dem Duft von Mango und Zitrone neugierig. Am Gaumen appellieren seine Aromen an Honigmelone und Grapefruit, um im Nachklang einen Eindruck von Apfel und Pfirsich zurückzulassen. Insgesamt haben wir es mit einem fruchtig-süffigen und weichen Riesling-Kabinett aus der Pfalz zu tun, der sommers wie winters hervorragend zu hellem Fleisch, Fisch, Pasta, Gemüse und Salat passt, oder sich auch einfach nur so wegzechen lässt. Für Grünkohl allerdings werden wir das nächste Mal zu etwas Kräftigerem greifen müssen. Oder Bier trinken.

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