Der Dom am Deich

Tief hängen die dunklen Wolken über der Küste. Brackige Gräben durchziehen das gelblich-braune Gras der Salzwiesen. Sie sind aus dem Schlick des Meeres entstanden und haben die Nordsee an manchen Stellen weit hinter den Deich zurückgedrängt. Das Auge verliert sich im Nebeldunst, der über Meer und Wiesen hängt und beides zu einer einzigen weiß-grauen Weite verschmilzt. Es ist Winter auf Nordstrand. Mehr lesen

Ein kleines Paradies im Wendland

Mit den ersten Sonnenstrahlen des frühen Morgens hebt in der großen alten Eiche vor dem „Hotel Hamburg“ das fröhliche Gezwitscher einer Spatzenkolonie an. Der Baum überschattet eine kleine Kapelle aus dem 18. Jahrhundert, die so etwas wie den Ortskern des wendländischen Dörfchens Drethem bildet. Um acht Uhr wird das Läuten die letzten Langschläfer des Dorfes aus dem Schlaf holen. Aber noch stört kein Menschenlärm das Frühkonzert der Vögel. Mehr lesen

Guter Klang

Das Europäische Zentrum für jüdische Musik in Hannover rekonstruiert jüdische Tonkunst – bald in einer eigenen Villa

(Jüdische Allgemeine vom 26. Juni 2008) Innenansicht - große Synagoge in Budapest Ein Gemälde im Büro Andor Izsáks, dem Direktor des Europäischen Zentrums für jüdische Musik in Hannover (EZJM), zeigt die ehemalige Synagoge auf dem hannoverschen Klagesmarkt. Am 9. November 1938 wurde sie von Nazis in Brand gesetzt. Auf dem Foto daneben, Teil eines jüdischen Kalenderblatts, ist die prachtvolle Orgel in der großen Dohány Synagoge von Budapest zu sehen. „Das ist so etwas wie mein persönlicher Kompass“, sagt Izsák: „Als das Gebäude in Hannover abbrannte, zerstörte man auch die Tradition der synagogalen Musik in Europa. Die Synagoge und ihre Orgel in Budapest jedoch blieben erhalten“. Dort entdeckte er als Jugendlicher seine große Leidenschaft für dieses musikalische Genre. Mehr lesen

Der Blick geht hinaus in die Welt

(Langenhagener Echo) Fabrik Langenhagen zeigt Kunst aus der Justizvollzugsanstalt „Werke des Häftlings AB aus der Justizvollzugsanstalt Hannover“ lautet der Titel einer Kunstausstellung, die am Freitag dem 19. Oktober im Foyer der „Fabrik Langenhagen“ eröffnet wurde. Das Repertoire des Malers aus der Haftanstalt reicht von maskenhaften Portraits über sakral wirkende Malereien mit biblisch anmutenden Motiven bis hin zu abstrakten Darstellungen. Daneben gibt es figürliche Bilder, in denen sich der Künstler mit politischen Themen beschäftigt. „Auf dem Weg nach Guantánamo“ heißt eines dieser Werke. Das Motiv zeigt einen orientalisch gekleideten, knienden Mann, der von einem Soldaten mit der Schusswaffe bedroht wird. guantanomo "Auf dem Weg nach Guantanamo" Mehr lesen

Pionierleiter im Kinderferienlager Friedrichsbrunn

Am Rande des Städtchens Friedrichsbrunn im Ostharz rottet eine verlassene Barackensiedlung mit alten Hütten aus Sperrholz und Presspappe vor sich hin. Von den Friedrichsbrunnern heute „die Geisterstadt“ genannt, war dies eines der so genannten Kinderferienlager, in denen die Pioniere und FDJ-Mitglieder der untergegangenen DDR Jahr für Jahr ihren Urlaub verbrachten. Auch Kinder aus anderen Ländern des Real-Sozialismus kamen hierher; sogar einige westdeutsche Kids reisten regelmäßig mit der DKP Kinderorganisation an, die ebenso wie ihre ostdeutsche Schwester den Namen "Junge Pioniere" trug. Gras wächst über die Geisterstadt Inzwischen wächst im wahrsten Sinne Gras über die Sache. Außer den Erinnerungen derjenigen, die seinerzeit dabei waren, ist nicht viel mehr davon übrig geblieben als verfallene Holzbaracken und einige verwüstete Backsteingebäude, aus denen schon lange alles heraus geholt wurde, was sich noch irgendwie gebrauchen ließ. Mehr lesen

Das Ballett in der Waschstraße

Die weiße Gischt einer schaumigen Lösung spritzt aus den Öffnungen der Stahlkonstruktion hervor. Wie unter Schnee begraben wird es für einen kurzen Moment dunkel im Inneren des Fahrzeugs. Aber schon beginnt ein Ensemble herabhängender, handbreiter Bänder aus pelzigem Stoff auf Fenstern und Karosserie Ballett zu tanzen. Bald ist der Schaum entfernt und die Sicht wieder frei. Tor zu anderen Welten Doch einige Meter weiter lauern bereits aus einem Stahlbogen herausragende Düsen, die das heranrollende Gefährt mit einer wässrigen Flüssigkeit beschießen. Jetzt geht es direkt hinein in einen Vorhang aus himmelblauen Fahnen. Mehr lesen

Reformation – Vom Glauben zum Gutsein

Evangelische Christen in aller Welt feiern am 31. Oktober den Reformationstag, der als Beginn des Protestantismus gilt. Heute genau vor 489 Jahren soll der Augustinermönch Martin Luther seine 95 Thesen an das Portal der Schlosskirche von Wittenberg geschlagen haben. Gleichzeitig versandte er sie in einem Brief an zahlreiche geistliche Würdenträger des Reiches. Luther prangerte darin insbesondere die religiöse Machtanmaßung des Papstes an und wandte sich gegen den damals verbreiteten Ablasshandel der Kirche. Mehr lesen

Mit dem klapprigen Fahrrad auf PR Tour in eigener Sache

Am Rande des Wochenmarktes vor der Friedenskirche im Hannoverschen Zooviertel steht ein Typ in bunt bemalten Klamotten und bläst Jazzstandards auf dem Tenorsaxophon. Unter dem Strohhut ragt eine halblange, zerzauste blonde Mähne hervor. Das Motiv eines Jazztrompeters ziert seinen breiten Schlips. Im geöffneten Saxophonkoffer liegt ein Stück Kunstrasen, Marke Blümchenwiese. Kleinere und größere Münzen von freundlich grüßenden Marktbesuchern kullern ins grüne Plastikgras. Hartmut Brandt ist der Name der schillernden Gestalt. Hartmut Brandt Hartmut Brandt Mehr lesen

Rockiger Jazz mit einem Schuss Folklore

Der Saxophonist Bill Evans präsentierte sein neues Band-Projekt in Hildesheim In bester Form hat sich Bill Evans am Pfingstsamstag 2005 zum Abschluss einer vierwöchigen Deutschlandtournee präsentiert. Mit seiner neuen Formation „Soul Grass“ sorgte er für ein gelungenes Galakonzert während des Jazztime-Hildesheim Festivals. Die Songs des „Soul-Grass“ Projektes werden im September auf dem neuen Album des Künstlers und seiner Band unter dem gleichnamigen Titel in die Musikläden kommen. Bill Evans Bill Evans Mehr lesen