Red Pepper Greek Salad oder: Wie gehts weiter in Griechenland?

Ganz großes Kino

Das war schon ganz großes Kino, was sich da am Freitag den 30. Januar 2015 in Athen abgespielte. Gianis Varoufakis, Finanzminister der vor einer Woche neu gewählten Regierungskoalition aus Linksbündnis Syriza und der als rechtspopulistisch bezeichneten Partei der Unabhängigen Griechen, setzte den derzeitigen Chef der sogenannten Eurogruppe, Jeroen Dijsselbeom, faktisch vor die Tür: „Unsere Regierung wird mit größtem Engagement mit der Eurozone, der EU und dem IWF zusammenarbeiten – aber mit der Troika, die ein Programm umsetzen will, dessen Idee wir als antieuropäisch betrachten und die auch das europäische Parlarment für nicht demokratisch legitimiert hält, wollen wir nicht zusammen arbeiten“, erklärte Varoufakis auf einer gemeinsamen Pressekonferenz. Mit sichtlich frustrierter Miene schmiss sein Verhandlungspartner den Kopfhörer für die Simultanübersetzung auf den Tisch und „ergriff die Flucht nach vorn“, wie eine Tagesschau-Sprecherin kommentierte. Dijsselbeoms Flucht nach vorn äußerte sich im Wesentlichen darin, zeitnah den Ausgang des Versammlungsortes anzusteuern.

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Rote Mojosauce nach Art Villa Heyde

Rote Mojosauce nach Art Villa Heyde
Mojosauce rot & grün Rote Mojosauce nach Art Villa Heyde
  • Zwei rote Paprikaschoten etwa fünf bis zehn Minuten kochen.
  • Eine frische Chilischoten entkernen hinzugeben und fünf Minuten mitkochen. Alternativ kann man auch Chilipulver oder getrocknete Chilis verwenden.
Zusammen mit
  • zwei Knoblauchzehen,
  • einem gestrichenen Teelöffel Kreuzkümmel,
  • etwas Salz, Pfeffer und
  • einem gestrichenen Teelöffel Paprikapulver, süß, sowie
  • etwa 50 bis 100 Milliliter Olivenöl
pürieren. Abkühlen lassen. Genießen!

Can I Kick It?

Can I Kick It?

„People’s Instinctive Travels and the Paths of Rhythm“, veröffentlicht im April 1990, gehört nach Auffassung vieler Kritiker zu den besten Hip Hop Alben, die je produziert worden sind. Und das zurecht! Die Rappertruppe „A Tribe Called Quest (ATCQ)“ zeigte bereits in ihrem Debütwerk jene typisch unaufgeregte Art zu rappen, die sie nicht zuletzt dem Frontman Q-Tip verdankt.
HipHop küsst Jazz: so in etwa könnte das Motto des Albums lauten, das die erfolgreiche Fortsetzung einer gerade erst begonnen musikalischen Liaison war. Die vier Tribes hatten bemerkt, dass so mancher Jazzer auch den HipHop inzwischen als Ausdruck schwarzer Kultur anerkannte. Lange galt das nur für den Funk oder Soul. Die Tribes betrachteten den Jazz daher als einen natürlichen Verbündeten – und zwar sowohl politisch als auch musikalisch. „Da sind viele Gemeinsamkeiten zwischen Jazz und HipHop“, sagte Q-Tip in einem Gespräch mit dem Buchautor Shawn Taylor: „Wie Rap, so erlangte auch der Jazz nie die Reputation, die ihm eigentlich zustand. Und als er sie dann doch erhielt, begann gleichzeitig seine Ausbeutung.“
Bevor „Peoples Instinktive Travels“ im Frühjahr 1990 erschien, hatte ATCQ-Mitglied Q-Tip bereits erste Lorbeeren mit erfolgreichen Aufnahmen bei den Jungle Brothers und De La Soul gesammelt. Kein Wunder also, dass sich ATCQ auch in ihren Texten an den Vorbildern der “No School” wie De La Soul orientieren: Künstler, die den Rap und Hip-Hop aus der Schmuddelecke des mit Obszönitäten gespickten Gangsta-Raps holten. Oder wie der Rezensent Jason Elias schrieb: Der Song „Bonita Applebum“ etwa beweise, das man keine Geräusche von Pistolenkugeln oder Erniedrigungen brauche, um einen großartigen Rapsong zu machen. Wie wahr!
Doch es gab auch andere Stimmen: Der US-amerikanische Kritiker Chuck Eddy schmähte „People’s Instinctive Travels“ als „Pseudo-Jazz“ und als das am wenigstens tanzbare HipHop-Album, das er je gehört habe. Geschenkt: Trotz dieses Verdikts schafften es einige Auskoppelungen, wie die Ohrwürmer „Bonita Applebum“ oder „Can I Kick it“, bis ganz nach oben in die US-amerikanischen Charts – und in die Diskotheken. Und auch auf der Liste der 100 besten HipHop Alben, die das Magazin The Source im Jahr 1998 veröffentlichte, konnten sich A Tribe Called Quest mit „Peoples Instinctive Travels“ und zwei weiteren Veröffentlichungen platzieren.
Und das zu Recht! Der Sound von „A Tribe Called Quest“ (ATCQ) ist immer wieder ein musikalisches Aha-Erlebnis: Unprätentiös cool und gleichzeitig unglaublich groovend. Die Tribes erzeugen in ihren Sounds eine fast psychedelische Atmosphäre und gleichzeitig ein jazziges, fast swingendes Klangspektrum.
Can I kick it? to all the people who can quest like a tribe does? Yes you can. Vielleicht hat sich ja sogar ein US-Präsident von „A Tribe Called Quest“ inspirieren lassen!?

 

José Ramón Morán – ein Mystiker auf dem Pilgerweg von Licht und Klang

Singe, brenne, lebe!

Es ist der 21. September 2012 in der alt-katholischen Kirche St. Maria Angelica in Hannover: Kerzen werden entzündet und spenden dem halbdunklen Kirchenraum von überall her ihr funkelndes Licht. Vorn, neben dem Altar, stimmt einer mit lauter und klarer Stimme den Lichthymnus an und zieht die Anwesenden sofort in seinen Bann. „Du Licht vom Lichte, in Liebe leuchtest du, Jesus Christus.“ Der Mann vorn neben dem Altar heißt José Ramón Morán, von den meisten einfach José genannt, und er feiert hier aus Anlass der Langen Nacht der Kirchen mit den Alt-Katholiken und ihren Gästen das Lucernarium, die Lichtfeier. Seit Jahrzehnten beschäftigt sich José mit alt-kirchlicher Musik und Liturgie, und so hat er auch den Lichthymnus vor Jahren in einem französischen Kloster wieder entdeckt, wo er von dem Dominikaner-Mönch André Gouze neu vertont worden ist. Die Lichtfeier gehört zu den ältesten Abendgebetsformen überhaupt. Sie wurde in frühkirchlicher Zeit täglich beim Untergehen der Sonne gefeiert. Mehr lesen

Krise – welche Krise

Als einer der in einem – sagen wir mal – politisch eher links-alternativem Milieu sozialasiert worden ist, bin ich es gewohnt, die Welt von der Krise her zu denken. Wenn nun jemand daher kommt und behauptet, wir hätten allen Grund zum Optimismus, die Welt sei in den letzten Jahrzehnten entgegen anderslautender Gerüchte nicht schlechter, sondern besser geworden, so ruft das in diesem Fall natürlich erst einmal Abwehrreflexe hervor. Aber anstatt die Sache einfach als Unsinn abzutun, wollen wir sie uns doch einmal näher anschauen. Der Jemand heißt in diesem Fall Michael Miersch, ist Journalist bei der Zeitung „Die Welt“ und wandte sich schon in den 1990er-Jahren zusammen mit seinem Kollegen Dirk Maxeiner recht provokativ gegen den vorherrschenden Ökopessimismus. Anfang dieses Jahres hat er seine Thesen im Rahmen einer Veranstaltung der FDP nahen Friedrich Naumann Stiftung vorgetragen und dabei angemerkt, dass eines der UN-Millenniumsziele, nämlich die Armut bis zum Jahr 2015 zu halbieren, schon jetzt erreicht sei. Was ist dran, an dieser Behauptung? Nach der Definition der Weltbank gilt als arm, wer weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag für seinen Lebensunterhalt zur Verfügung hat. Dieser Wert soll sich laut Weltbank an der Kaufkraft insbesondere in den armen Ländern der Welt orientieren. Mit weniger als 1,25 Dollar täglich ist es demnach nicht möglich, seine grundlegenden Bedürfnisse an Nahrung, Kleidung und Obdach zu decken. Laut Weltbank ist die Anzahl jener Menschen, die unter dieser Grenze leben müssen, von 42 Prozent im Jahr 1990 auf 22 Prozent im Jahr 2008 gefallen. In absoluten Zahlen: Die Anzahl extrem armer Menschen sank von 1,8 Milliarden im Jahr 1990 auf 1,4 Milliarden Menschen im Jahr 2008 und wird nach Schätzungen der Weltbank bis zum Jahr 2015 noch weiter auf 15 Prozent (und damit auf unter 900 Millionen) sinken. Auch der Anteil der hungernden Menschen konnte bis 2007 von 20 Prozent auf 16 Prozent der Weltbevölkerung reduziert werden. In Südostasien, Ostasien, Lateinamerika und der Karibik stehen die Chancen nach derzeitigen Schätzungen gut, die Zielvorgabe zu erreichen (Quelle: Aktion Deutschland hilft). Das ist erst einmal ja in der Tat eine gute Nachricht. Dabei wird vielfach darauf hingewiesen, dass die Entwicklungen regional sehr unterschiedlich verlaufen sind. Der große Rausreißer ist China: dort fiel die Armutsrate von 55 Prozent im Jahr 1990 auf 14 Prozent im Jahr 2008. Schlecht sieht es dagegen in Afrika südlich der Sahara aus. Dort ist das Elend in den vergangenen Jahrzehnten noch größer geworden. Dennoch müssen wir zugeben werden, dass der Kapitalismus, der von einigen Krisentheoretikern, wie etwa Robert Kurz, schon in den 1990er-Jahren quasi für erledigt erklärt worden ist, gerade im zurückliegenden Jahrzehnt wieder ordentlich Fahrt aufgenommen hat. Und dass das insbesondere vielen Chinesen, trotz aller Verwerfungen, scheinbar nicht schlecht bekommen ist. Allerdings sollten jetzt auch die Neoliberalen, die die Lösung aller Probleme in einer von jeglicher Regulierung befreiten Wirtschaft sehen, bei dieser Nachricht nicht allzu sehr auf den Busch klopfen. Denn die Wirtschaft des großen asiatischen Landes gedieh gerade durch die Strategie staatlicher Regulierung und eines staatlich verordneten Protektionismus besonders gut, der sukzessive für die verschiedenen Wirtschaftszweige erst dann aufgegeben wurde, wenn man sich fit für- und konkurrenzfähig auf dem Weltmark wähnte. Damit hat sich China nicht immer Freunde gemacht, aber es hat gewirkt. Nichtsdestotrotz dürfen wir uns über die Verringerung der Armut freuen, dabei allerdings nicht vergessen, dass auch im Jahr 2015 immer noch über eine Milliarde Menschen in extremer Armut leben werden. Und in anderen Bereichen ist es mit der Erreichung der Millenniumsziele im Übrigen weit weniger gut gelaufen. (Dazu an anderer Stelle mehr). Und überhaupt, allzu optimistisch sollten wir hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit des Kapitalismus nun auch nicht werden. Während China in historisch enorm kurzer Zeit eine immense Entwicklung erlebt hat, schwächelt der Kapitalismus zunehmend in den Regionen des alten Zentrums, der Triade Westeuropa, Japan und USA: hier jagt eine Schulden-, Währungs-, und Bankenkrise die nächste, geraten immer mehr Menschen in einen Sog von Arbeitslosigkeit, Armut und sozialer Verelendung. Dennoch, aller Untetrgangsszenarien zum Trotz, hat sich der Kapitalismus immer wieder enorm widerstandsfähig erwiesen. Und wenn er schon nicht so bald durch etwas Besseres ersetzt werden kann, sollte man wenigstens versuchen, ihn selbst besser zu machen. Will man die Armut nicht nur halbieren sondern ganz abschaffen, muss man ihn politisch einhegen. Das ist doch immerhin auch noch ein sehr ehrgeiziges linkes Projekt.

Boom und Bäng: Deutschland macht arm

Boom und Bäng: Deutschland macht arm

Ausschau nach dem Jobwunder

Deutschlands wirtschaftliche und politische Eliten sind in Sektlaune. Die 2008 mit dem Bankencrash über die Welt hereinbrechende Krise scheint überwunden zu sein: Das Bruttosozialprodukt verzeichnet wieder Zuwächse und die Arbeitslosigkeit geht trotz aller Katastrophenszenarios der letzen Jahre deutlich zurück, angeblich jedenfalls. Im Mai 2012 ist die Zahl der Erwerbslosen laut Agentur-Statistik erstmals seit den neunziger Jahren unter die drei Millionen Grenze gesunken. Deutschland profitiere nun von Agenda 2010, meinen insbesondere die Vertreter der unternehmensnahen Wirtschaftsinstitute, die seinerzeit entscheidend an Schröders sogenannten Arbeitsmarktreformen mitgewirkt haben. Weniger feierlich ist allerdings den Geringverdienern und Langzeitarbeitslosen zumute, die immer noch vergeblich nach dem vermeintlichen Jobwunder Ausschau halten. Mehr lesen

In eigener Sache: Bye Bye Weinblaettchen!

Schild; ClosedDie Zeit des Weinblättchen geht – zumindest in dieser Form – zu Ende. Da ich mich entschieden habe, zukünftig wieder mehr zu den Themen Politik, Kultur und Soziales zu schreiben, werde ich diesen Weblog so nicht fortführen. Ein Online-Auftritt, der nicht regelmäßig aktualisiert wird, macht, insbesondere wenn es sich um ein Magazin oder um ein Weblog handelt, keinen Sinn. Einige Zeit wird er in der jetzigen Form noch zu erreichen sein. Auch die Domain bleibt vorerst erhalten. In einigen Monaten wird sie allerdings umziehen und dann auf mein in diesem Jahr gestartetes Projekt Pokus: Politik – Kultur – Soziales verweisen. Schon jetzt sind dort alle Beiträge zu finden, die bisher im Weinblättchen veröffentlicht wurden. Sollte indes ein würdiger Nachfolger zwischenzeitlich Interesse an dieser Domain haben, kann er oder sie gern mit mir in Verhandlung treten. Vielen Dank an alle, die das Weinblaettchen besucht und durch Gastbeiträge sowie durch ihr Interesse und ihre Kommentare an diesem Webauftritt mitgewirkt haben. Achim Beinsen

Winter an der Küste

Sturm an der Ostseeküste Schild: Sorry we`re closed Spätestens im Oktober, wenn die Tage merklich kürzer werden und die Temperaturen deutlich nach unten gehen, kehrt in den deutschen Ferienorten an der Nord- und Ostseeküste eine fast gespenstische Ruhe ein. Strand-Bars und Strand-Kioske, Kneipen, Souvenirläden und selbst Lebensmittelgeschäfte schließen für die nächsten Monate ihre Türen. Die Strände haben sich geleert. Kalter Wind wühlt die See auf, fegt über das Land, die gelben Gräser am Strand wiegen sich in seinen pfeifenden Böen. Der dunkle und von Wolken verhangende Himmel gewährt nur trübes Zwielicht, das alles in eine morbide Atmosphäre taucht. Sie beschwört eine Szenerie, die als Kulisse für Geschichten von Ende, Verlassenheit und Einsamkeit gemacht zu sein scheint. Die Orte wirken wie zu Geisterstädten mutierte Stätten ehemals quirliger Geschäftigkeit. Werbetafeln und Plastikbanner locken in bunten Bildern vor verschlossen Türen mit Coca Cola, Eiskrem, Fischbrötchen oder Döner. Jetzt dienen sie nur noch dem Sturm als Schlagwerk und Orgelpfeifen für seine winterlichen Symphonien.

Weinberatung: Wer kann es am besten?

Guten Wein gibt es auch in Getränke-Discountern oder im Supermarkt. Das Problem besteht nur darin, ihn unter all dem Ungenießbaren zu finden. Weinblättchen hat bereits vor einiger Zeit einmal einige Tipps gegeben, worauf man beim Weinkauf im Supermarkt achten sollte. Wer jedoch eine spezielle Beratung braucht, sollte doch lieber gleich in den Fachhandel gehen. Auch dort findet man erschwingliche Tröpfchen und dazu meistens gleich noch jemand, der sich auskennt. Wo es die beste Beratung gibt, hat nun das Deutsche Institut für Service-Qualität bei sieben überregionalen Weinhandels-Filialisten im Rahmen von 70 verdeckten Testbesuchen geprüft. Mehr lesen