Monatsarchiv für Dezember 2011

Dez 28 2011

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Der weiße Boxer

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Ein weißer Boxer
Viele werden sich bestimmt noch an die „Hannover geht Gassi“-Veranstaltung“ 2010 auf dem Gelände der Pferderennbahn in Langenhagen erinnern. Auch ich war dort unterwegs, seinerzeit noch mit meiner Olympus E-300. Dabei kam mir unter anderem ein weißer Hund mit etwas faltigem Gesicht, hellen Lefzen, hellen Augenlidern und, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, einer blauen Iris im rechten Auge, vor die Linse. Der Hund war scheinbar ein Albino. Doch da hatte ich mich getäuscht! Allein wegen seines interessanten Aussehens jedenfalls fand ich auch das Bild ganz beachtenswert. Ich hatte aber keine Ahnung, was für eine Rasse ich hier vor mir hatte, oder ob es sich vielleicht einen Mischlingshund handelte . Am ehesten hätte ich auf Dogo Argentino getippt, aber dafür war er eigentlich zu klein. Einige Wochen später traf ich den Hund während eines Hundespaziergangs wieder und sprach die Besitzerin an. Dabei erfuhr ich, dass es sich hier um einen weißen Boxer handelte. Da wäre ich von allein sicher nicht drauf gekommen, denn die Nase war viel stärker ausgeprägt, als es normalerweise bei Boxern der Fall ist.
Weiße Boxer sieht man immer noch selten. Ein wesentlicher Grund dafür: Unter Züchtern gelten die Weißen immer noch als fehlerhafter Farbschlag und noch bis in die neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurden sie meistens nach der Geburt sofort getötet. „Nicht zu verkaufen, weg damit“, eine üble Vorstellung. Immerhin können wir auf der Website der Boxer-Nothilfe lesen, dass sich in den „letzten Jahren bei vielen Züchten einen Einstellungswandel vollzogen hat: „Immer mehr können es mit ihrem Gewissen nicht mehr vereinbaren, ein Tier einfach zu töten, nur weil es nicht dem Standard entspricht. Viele bemühen sich mittlerweile, auch für diese Boxer ein geeignetes Zuhause zu finden.“ Weiße Boxer sind, heißt es da weiter, „genauso lebensfähig und liebenswert wie die ‚Standardboxer’“. Hoffen wir also, für uns und die Boxer, in Zukunft mehr von diesen interessanten Hunden sehen zu können.
Mehr Informationen über weiße Boxer finden Sie hier – bitte klicken!

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Dez 02 2011

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Gern gesehene Zuwanderer: Niedersachsen wird Wolfsland!

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Niedersachsen wird Wolfsland, titelt die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) in ihrer heutigen Ausgabe. Jägerpräsident Helmut Dammann-Tamke und Umweltminister Hans-Heinrich Sander rechnen laut HAZ damit, dass schon im kommenden Jahr ein Wolfspaar im Wendland oder in der Lüneburger Heide zusammenfindet und Nachwuchs bekommt. Wölfe „sind menschenscheu, umtriebig und haben vielerorts einen schlechten Ruf“, schreibt die HAZ weiter. Bei der Landesregierung in Hannover und den meisten Jägern seien sie aber gern gesehene Zuwanderer.

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Dez 01 2011

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Wie der Mensch auf den Hund kam

Abgelegt unter Mensch und Hund

Fakt ist: Der Hund stammt direkt vom Wolf ab. Frühere Spekulationen, wie etwa noch von Konrad Lorenz, der auf bestimmte Schakalarten als Vorfahren tippte, sind inzwischen durch Genanalysen widerlegt worden. Auch wurde vor noch nicht allzu langer Zeit vermutet, dass der Urhund irgendwann in Mesopotamien durch eine zunächst langsam verlaufenden Domestizierung aus dem Wolf hervor gegangen ist, und sich von dort aus über die ganze Welt verbreitete. Inzwischen gilt es jedoch als bewiesen, dass unabhängig voneinander erste noch wolfsähnliche Hundeschläge aus verschiedenen Wolfstypen in Zentralasien, Nordafrika und dem vorderen Orient entstanden (Bloch 2011). Lange Zeit wurde außerdem die Theorie vertreten, Steinzeitmenschen hätten zunächst verwaiste Wolfswelpen in ihre Obhut genommen, aufgezogen und so an den menschlichen Kontakt gewöhnt.
Chihuahua
Ach in ihm steckt ein Wolf
Durch Weiterzüchtung sei so der Hund entstanden. Heute geht man eher von der Annahme aus, dass die Wölfe selbst sich den Menschen immer weiter annäherten, um sich an ihren Nahrungsabfällen schadlos zu halten. Dies müssten Wölfe mit einer geringeren „Fluchtdistanz gewesen sein, die sich nicht so leicht stören ließen und nicht beim kleinsten Verdacht einer Störung das Weite suchten“, wie der Wissenschaftsjournalist Alwin Schöneberger formuliert (Schöneberger, 76). Wahrscheinlich haben die noch nomadisierenden Menschen irgendwann mitbekommen, dass sie an dem Verhalten der von den menschlichen Abfällen lebenden Caniden, das lateinische Wort für „hundeartige“, damals noch eine sich langsam zum Hund entwickelnden Wolfsart, erkennen konnten, ob irgendwo Gefahren lauerten. Diese Wölfe umlagerten die menschlichen Lagerstätten und machten es den anderen Beutegreifern schwerer, sich ihnen zu nähern. Das nutzten die Menschen aus ¬– Mensch und Wolf kamen in Kontakt. Schließlich erkannte man auch die Nützlichkeit der mittlerweile schon zum Hund gewordenen Wölfe für die Jagd.
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