Hannovers Integrationsmanagement: Eine Investition in die Zukunft

Das Integrationsmanagement für Flüchtlingsunterkünfte der Landeshauptstadt Hannover

Flüchtlingsintegration ist das Gebot der Stunde. Darin waren sich die Verantwortlichen in Rat und Verwaltung mit Oberbürgermeister Stefan Schostok an der Spitze einig, als sie Ende 2014 aus der Not geboren 300 Flüchtlinge im ehemaligen Oststadtkrankenhaus (OSK) unterbringen mussten. An der ursprünglichen Vorgabe, keine Gemeinschaftsunterkunft mit mehr als 50 Personen zu belegen, war endgültig nicht mehr festzuhalten.

Daher wurde das Integrationsmanagement für Flüchtlingsunterkünfte aus der Taufe gehoben, ein neues Sachgebiet mit der Verwaltungskennziffer 50.63, angesiedelt im Fachbereich Soziales. Es sollte wesentlich dazu beitragen, die wachsenden Herausforderungen einer steigenden Aufnahme von Asylsuchenden in Hannover so sozial verträglich wie möglich zu bewältigen. Das Integrationsmanagement als spezialisierte Form der Sozialen Arbeit ist eine freiwillige Leistung der niedersächsischen Landeshauptstadt – und als solche wohl bisher einzigartig in Deutschland. Es ergänzt und unterstützt die Sozialarbeiter/innen der Betreiber in den Flüchtlingsheimen. Seine Hauptaufgaben: Die Flüchtlinge bei der Suche nach Arbeit, Ausbildung und – im Fall der Asylgewährung – eigenem Wohnraum zu unterstützen, ihnen bei der Anerkennung im Heimatland erworbener Hochschul- oder Berufsabschlüsse zur Seite zu stehen, sich um Sprachkurse zu kümmern und bei der Erstversorgung von Flüchtlingen in Notunterkünften zu helfen. Der Gedanke dahinter: Je schneller die Migranten in ihrer neuen Umgebung auch innerlich ankommen, sich integrieren und am normalen Leben teilhaben können, desto besser lassen sich Spannungen vermeiden, auf allen Seiten!

Im Februar 2015 nahmen die ersten Integrationsmanager im ehemaligen Oststadtkrankenhaus ihre Arbeit auf. „Wir haben darauf geachtet, dass wir sowohl von der Altersstruktur her als auch von Geschlecht, Herkunft und Sprachkompetenz ein gemischtes Team bekommen“, sagt Sachgebietsleiterin Petra Nolte-Porteous, die selbst auf fast 40 Jahre sozialarbeiterische Erfahrung bei der Stadt Hannover zurückblicken kann. „Ich glaube, das ist uns prima gelungen“, fügt sie hinzu: „Wir haben eine hochqualifizierte Truppe aufgestellt!“ Anfang des Jahres 2016 kamen noch einmal 20 neue Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen hinzu, und Anfang 2017 wurden weitere sechs Migrationsfachkräfte eingestellt, die über verschiedene andere Abschlüsse verfügen. Inzwischen (März 2917) zählt das Integrationsmanagement rund 70 Mirarbeiter und Mitarbeiterinnen, aufgeteilt auf zwei Sachgebiete. Im ehemaligen Oststadtkrankenhaus waren bis zum 14. März 2017 acht Kollegen mit Büros vor Ort im Einsatz. Zu den Hochzeiten lebten rund 750 Flüchtlinge im OSK. Die anderen Mitarbeiter bezogen Quartier in den Räumen in der Hamburger Allee 25. Drei Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind von der Blumenauer Straße ((Hausnummer)) aus im Einsatz. Und drei weitere sitzen vor Ort im ehemaligen Siloahkrankenhaus. Das Siloah ist die einzige verbliebene Notunterkunft mit Sozialarbeitern und Sozialarbeiterinnen vor Ort. Alle anderen Heime werden mobil versorgt. Weil das Integrationsmanagement wuchs, entstand inzwischen ein weiteres Sachgebiet: die Organisationseinheit 50.64 mit Büros in der Runde Straße. Einer von ihnen, der Sozialarbeiter Cemal Yeter, ist selbst vor vielen Jahren als Flüchtling nach Deutschland gekommen: „Ich weiß genau, was die Leute durchmachen, die unter schwierigsten Bedingungen die Flucht wagen“, versichert er. Seine Kollegin Cornelia Stolzenberg, inzwischen Sachgebietsleiterin von 50.64, die neben Englisch, Französisch auch noch Türkisch und die afrikanische Sprache Kiswahili beherrscht, hat bereits in den neunziger Jahren Erfahrungen in der Flüchtlingsarbeit gesammelt: „Heute wird wesentlich mehr für die Migranten getan“, sagt sie: Zum Glück habe man inzwischen erkannt, dass die Förderung der Integration eine Investition in die Zukunft sei. Eine Erkenntnis, die sich auszahlt: Vielen Flüchtlingen konnte bisher im Bereich Arbeit und Ausbildung geholfen werden, teils durch Vermittlung in spezielle Projekte, in Arbeitsstellen oder ein Ausbildungsverhältnis. Hunderte haben mithilfe des Integrationsmanagement einen Sprachkurs gefunden, den sie mit Zertifikat abschließen können. Eine große Zahl von Flüchtlingen wurde bei der Suche und dem Einzug in eine neue Wohnung unterstützt. Die Integrationsmanager haben den Flüchtlingen in ungezählten Gesprächen das Einleben in ihrer neuen Umgebung erleichtert und vielen Eltern bei der Anmeldung ihrer Kinder in den Schulen zur Seite gestanden. Hinzu kommen Projekte in Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen, Kontakte zu Firmen, Gespräche mit Anwohnern von Flüchtlingsunterkünften und – und – und! Das Integrationsmanagement hat sich als Erfolgsgeschichte erwiesen. Es ist zu einem wichtigen Element der der lebendigen Willkommenskultur in Hannover geworden.

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