Feb 22 2014

Vorbei! Ende! Aus! Finito! Ist der Winter gelaufen?

Autor: . Abgelegt unter Foto des Tages

Weidenkätzchen
Schneeglöckchen
Die meisten erinnern sich wahrscheinlich noch gut an den Februar im letzten Jahr. Die Temperaturen lagen wochenlang deutlich unter null. Zwischendurch hielt das Wetter gegen Ende des Monats einige wärmere Tage parat, aber nur, um es danach bis Ende März noch einmal so richtig eiskalt zu werden zu lassen. Ganz anders indes die gegenwärtige Lage. Nach einer kleinen Schneeepisode kurz nach Jahresbeginn hält sich das Thermometer schon seit gut drei Wochen zwischen fünf und zehn Grad plus – und auch nachts sinkt es selten unter den Gefrierpunkt. Sofern wir den Bauernregeln glauben schenken dürfen, wird das auch so bleiben. Die meteorologischen Prognosen kommen obendrein zum gleichen Ergebnis. Am 18. dieses Monats vermeldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) das Ende des Winters. In ihrer Ausgabe vom 19. Februar zitiert die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) den Meteorologen Gerhard Lux: „Da wird nicht mehr viel nachkommen“, lautet seine Prognose.
Nun sind die Vorhersagen der akademischen Wetterfrösche zumindest hinsichtlich längerer Perioden ähnlich verlässlich wie die der sogenannten Wirtschaftsweisen über die ökonomische Entwicklung der kommenden Jahre: die Chance, dass das genaue Gegenteil der Prognose eintritt, liegt wahrscheinlich bei etwa fifty/fifty. Die HAZ erinnert etwa daran, dass ein privater Wetterdienst im vergangenen Jahre einen Blick nach vorn wagte, „der es fast überall auf die Seite eins der Zeitungen schaffte. Weil man sich so schön gruseln konnte. Der Winter, sagten die Meteorologen im Herbst voraus, werde bitterkalt werden. Der Grund: Es werde sich ein Hochdruckgebiet an das nächste reihen, der Wind komme vor allem aus Osten und werde einen Schwall kalter Luft nach dem anderen nach Deutschland führen“. Wir wissen, es war genau anders herum: ein Tiefdruckgebiet nach dem anderen brachte warme Luft ins Land, und leider auch viel Regen. Wochenlang herrschte Pieselwetter, etwa so wie gestern und heute. Und nach der letzten Bauernregel wird das jetzt 40 Tage lang so weitergehen: „Felix und Petrus (22. Februar) zeigen an, was wir vierzig Tag für Wetter ha’n.“
Alle und alles sind indes schon auf Frühling eingestellt. Die deutschen Städte und Kommunen verscherbeln ihr Streusalz, womit sie sich nach dem kalten Winter im letzten Jahr reichlich eingedeckt haben, nach Amerika, denn dort versinkt derzeit alles im Schnee. Und auch die Natur zeigt sich optimistisch: Die Schneeglöckchen strecken ihre Köpfe aus der Erde und die Weiden lassen ihre flauschigen Kätzchen blühen. Wir haben also allen Grund zum Optimismus: Das war es mit dem Winter. Sorry, liebe Frühlings- und Sommermuffel: das ist diesmal dumm gelaufen. Zum Trost: Auch unsere Freude ist getrübt! Wem behagen schon 40 Tage Regenwetter?

Keine Kommentare

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben

/** **/